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Serie D, Saison 10/11, 03.04.2011

 

Rovigo Calcio – FBC Unione Venezia

 3:0

Rovigo, Stadio Comunale Francesco Gabrielli (ca. 800 Zuschauer)

 

veneziamestre

Sieben Stunden Schlaf waren ausreichend und nach einem wenig opulenten Frühstück verließen wir Noventa so wie wir gekommen sind. Eigentlich wollten wir in Venezia Mestre (der Festlandbahnhof) nach Rovigo umsteigen, aber da wir eh eine Stunde Aufenthalt gehabt hätten, fuhren wir das kurze Stück nach Venedig (Bahnhof Santa Lucia) rein, damit Freddy zumindest mal einen kurzen Einblick in die von Touristen terrorisierte Stadt bekommen sollte. Wie befürchtet, trampelten sich die Auswärtigen schon auf dem Bahnsteig gegenseitig halbtot und so konnten wir uns gerade einmal bis zur ersten Brücke vorkämpfen um dort ein paar Schnappschüsse zu machen. Unsereins war schon mal stilecht mit Madame hier und mir hat es schon damals gereicht. Im Zug nach Rovigo trafen wir die junge Dame wieder mit der wir schon vor unserem Umstieg Bekanntschaft gemacht hatten, und so verging aufgrund ihrer astreinen Deutschkenntnisse die Fahrt wie im Fluge. Zu Rovigo gab sie nur den brandheißen Tipp dort lieber nicht auszusteigen, da es ein Kuhkaff sein. Der Bär steppt wahrlich woanders, aber so schlecht fand ich das Städtchen (ca. 50.000 Einwohner) nun nicht und der prächtige Marktplatz lud zum Verweilen bei unserem neuen Lieblingsgetränk ein. Eigentlich wollten wir ganz woanders hin, aber compagno Seby aus Vicenza gab uns ein paar Tage vor Abreise die Info, dass Venezia fahren darf und so schwenkten wir eben auf dieses Serie-D-Match um. Damit nicht genug, kündigte er obendrein sein Kommen an und so verabredeten wir uns in einer Bar unweit des Stadions.

 
 
 

Obwohl der hiesige Fußballverein schon 1893 gegründet wurde, ist der Rugbyverein (11facher Meister) die ganze klare Nummero Uno der Stadt. FBC Union Venezia firmiert zwar unter einem neuen Namen, aber der ehemalige Erstligist ist allein schon wegen seines Stadions recht bekannt. Vor zwei Jahren spielten sie noch in der dritten Liga, aber nachdem der Investor im Streit um das Stadion (es sollte ein Neues auf dem Festland gebaut werden) sich und seine Kohle nach Palermo transferiert hatte, wurde der Klub in die fünfte Liga strafversetzt. Neuerdings gibt es auch einen Gönner aus Russland und so scheint die Zukunft wieder etwas rosiger zu sein. Sportlich stehen sie auf dem zweiten Tabellenplatz, hinter Treviso, auch ein ehemaliger Erstligist der ebenfalls durch Finanznöte in die fünfte Liga abgerutscht ist.

Teutonisch pünktlich trafen wir nach kurzem Fußweg begleitet von der Mittagshitze in der besagten Bar ein und wurden dort erstmal gemustert wie Marsmenschen. Auffällig die vielen Ultra-Utensilien, die unbeaufsichtigt, darunter eine Ultra-Rapid-Jacke, in den Ecken rumlagen. Wir machten schnell Bekanntschaft mit geselligen Typen und gaben uns sogar als Schlachtenbummler des FC Schalke 04 aus, nicht ohne dabei die freundschaftliche Vierecksgeschichte zu erwähnen (Venezia – Rapid – Nürnberg – Schalke). Italienisch pünktlich trudelte irgendwann auch Seby ein und nach einem letzten Drink begaben wir uns auf die Haupttribüne des Stadio Comunale Francesco Gabrielli. Dieses schlichte Gebilde steht übrigens direkt vor der Ruine der alten Tribüne, die wohl irgendwann in den 20er Jahren errichtet wurde. Hinter den Toren befindet sich ein dezentes Nichts und auf der Gegenseite gibt es ein Stahlrohrkonstrukt, welches an diesem Nachmittag den Gästen zur Verfügung stand.  Aus Venedig waren ca. 400 Leute, davon 100 mit dem Zug, angereist. Die Kurve bestand aus zwei etwa gleich großen Gruppen: Veneziamestre und Gate 22, wobei letztere sich eindeutig Antifa auf die Fahnen geschrieben hat. Der Support lief auch völlig unabhängig voneinander. In der zweiten Halbzeit wechselten wir in den Gästeblock, da Seby noch ein paar Bekannten Buongiorno sagen wollte. Durch diesen Positionswechsel wurde die Partie zwar nicht besser, aber zumindest wurden wir ein wenig abgelenkt. Venezia ging als klarer Favorit in die Partie, verlor am Ende völlig verdient mit 0:3 und kann sich den Aufstieg in die Haare schmieren.

 
 
 
 

Tageskilometer:                            280 km -  Bahn: Portogruaro - Rovigo 140 km, KFZ: Rovigo - Vicenza 140

Saisonkilometer:                    55.978 km (16.469 km Flugzeug, 10.323 km KFZ, 29.065 km Bahn, 121 km Bus) 

zum Vergleich 09/10:           59.940 km: (8.914 km Flugzeug, 24.610 km Bahn, 21.416 KFZ)

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