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II. Divisão Zona Sul, Saison 10/11, 08.12.2010 |
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Atlético Clube de Portugal - Sport Clube União Torreense 1:0 Lisboa, Estádio Da Tapadinha (ca. 300 Zuschauer) |
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diletante Tag Nullvier in Lissabon, welches ganz im Zeichen des Amateurfußballs stehen sollte. Der Kick sollte zwar erst bzw. schon um 15:00 Uhr (an einem schnöden nicht arbeitsfreien Mittwoch) angepfiffen werden und bis dahin wälzten wir unsere Körper mehrfach von links nach rechts. Das Estádio Da Tapadinha liegt im Stadtteil Alcântara. Frei aus dem Arabischen übersetzt heißt der Bezirk „die Brücke“ und dieser Name trifft den Nagel auf den Kopf, da sich die mächtige Hängebrücke „Ponte 25 de Abril“ hier über den Tejo schwingt. Für den Hinweg nutzten wir zum wiederholten Male Taxen (6 Euro, die einfache Fahrt ab Zentrum) und etwa fünf Minuten vor Anpfiff löhnten wir die sieben Euro Eintritt. Der Ground ist absolut sehenswert. Ausgebaut ist er auf drei Seiten mit ordentlich breiten Stehplatztraversen ohne Überdachung (mal abgesehen von einer kleinen Sitzreihe unter der scheinbar frisch renovierten Pressetribüne) und der abgeblätterte Putz verleiht dem Teil einen ganz besonderen Charme. Dazu gibt es noch ein paar ganz nette Details wie die in Beton gegossenen Fußbälle oder der etwas andere Biergarten. Hervorragend auch die Lage. Die Spielstätte vom Atlético Clube (entstand 1948 aus der Fusion von União Football Lisboa und Carcavelinhos Football Clube) liegt auf einem Berg und von der unausgebauten Seite kann man einen herrlichen Blick über die Brücke zum Wahrzeichen Lissabons, der 110 Meter hohen Christusfigur Cristo Rei, erhaschen. Zwei ehemalige Erstligisten (Atlético spielte 24 Spielzeiten in der höchsten Division Portugals, SC União Torreense sieben) kreuzten an diesem sonnenscheinlosen Nachmittag die Säbel und bei einem Sieg der Gäste wäre die Liga noch mal spannend geworden. Die Gastgeber waren Primus, allerdings lag das Team aus Torres Vedras noch einigermaßen in Schlagweite. Mäßig bis Grotte war das Spiel in der ersten Halbzeit und so vertrieben wir uns die Zeit mit Biertrinken (auch hier ein schlanker Euro der Becher), Gästeteam supporten (Forza Visitante) und vor Bussis umweltschädigenden Duftmarken Reissaus zu nehmen. Als Dank für Letzteres schickte der Himmel ein paar Eimer Wasser vom Himmel und siehe da, auf einmal zeigten auch die Protagonisten auf dem Felde Emotionen und so wurden wir im zweiten Durchgang ganz gut unterhalten. Das Tor des Tages erzielte ein gewisser Herr Laurindo etwa 10 Minuten vor Schluss. Zufrieden mit dem Gesehenen folgten wir noch dem Tipp eines Einheimischen und schauten in der benachbarten Sporthalle vorbei, wo ein Basketballmatch stattfand. Aber so richtig motiviert waren wir dann doch nicht, zumal der Dorfpolizist uns einen kleinen Vortrag zum Thema „Alkoholverbot bei Sportveranstaltungen in geschlossenen Räumen“ hielt. |
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Den Abend läuteten wir dann in einer Pommesbude am Rossio ein, da der Regen immer heftiger wurde und wir dort unter der Markise ein wohliges Plätzchen fanden. Der Abend wurde dann schließlich in der Kneipe von gestern mit dem Kampf um den Titel „Meister am Glas“ (Platzierung geheim) beendet. Der nächste Tag stand dann ganz im Zeichen unserer vermeintlichen Abreise. Wir versammelten uns an der Pommesbude von gestern und als wir ein paar Kaffee bestellten, fing der gute Mann hinter dem Tresen schon wieder an fünf große Bier zu zapfen. Wir lehnten allerdings dankend ab, irgendwann muss auch mal Schluss sein. Danach ließen wir uns erstmal von der in den vergangenen Tagen schmerzlich vermissten Sonne verwöhnen, ehe wir zum Flughafen aufbrachen um dort festzustellen, dass unser Flug gestrichen war. Als wir dann anfingen über mögliche Alternativen zu debattieren vernahmen wir die frohe Kunde, dass easyjet uns auf deren Kosten standesgemäß einquartieren wollte. Ein recht seltsames Gebaren für eine Billigfluggesellschaft. Nachdem wir uns über die möglichen Ruckflugvarianten informiert hatten, entschieden wir uns für folgende Variante: Freitag nach Basel und von dort Samstag weiter nach Berlin. Falls der Rückflug von Basel nach Berlin wieder gestrichen werden sollte, hätte wir noch die Möglichkeit am Sonntag aus der Schweiz über das Auswärtsspiel in Mainz nach Berlin zu fahren. Aber letztlich klappte es dann doch ganz gut und wir genossen die Nächte in den Einzelzimmern der recht noblen Herbergen und schlugen die Zeit tagsüber so gut es ging tot. Dass der Lagerkoller in Verbindung mit zu starkem Alkohohlkonsum zu geistigen Aussetzern führen kann, sei exemplarisch mit folgendem Dialog während des Fluges Lissabon – Basel bewiesen: Patric: „Boah, habe ich einen Schmacht, wenn wir gelandet sind rauche ich erst mal eine! Zwei Stunden ohne Kippen sind ja nicht auszuhalten! Ich: Was machste denn nachts? Patric: Wenn ich wach werde, rauche ich erstmal eine! Oder ich stell mir den Wecker!“ Am späten Samstagabend hatten wir dann endlich wieder Berliner Boden unter den Füßen und die anderen fuhren am Sonntag tatsächlich noch nach Mainz, während der Schreiber dieser Zeilen den Wecker am nächsten Morgen ins Jenseits beförderte. Trotz dieser unfreiwilligen Verlängerung und dem schlechten Wetter in Lissabon waren wir mit dem Gesamtpaket der Reise mehr als zufrieden. Abschließend noch die die Antworten der drei offenen Fragen: Eusebio spielte natürlich bei Benfica, Nürnberg war mit 5.000 Leuten in Lissabon und der Grund für den stinkenden Pups sind in der Tat Fäulnisbakterien, die vor allem bei hohen Dosen Eiweiß und Zucker entstehen. Saúde! |
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Tageskilometer: 2.184 km Flug von Lissabon über Basel nach Berlin Saisonkilometer: 42.184 km (11.853 km Flugzeug, 9.696 km KFZ, 20.635 km Bahn) zum Vergleich 09/10: 59.940 km: (8.914 km Flugzeug, 24.610 km Bahn, 21.416 KFZ) |
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