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Regionalliga Nord, Saison 10/11, 20.11.2010

 

Hallescher FC - Kommerz statt Kult

0:0

Halle, Stadion im Berufsbildungszentrum (2.100 Zuschauer)

 

Das Produkt

Große, langfristige Planungen sind bei diesen Wetterkapriolen für den Arsch, da die anvisierten Spiele entweder ausfallen (so Zwickau gegen Chemnitz unter der Woche) oder auf den Scheißbelag namens Kunst (diverse Kicks letztes Wochenende) verlegt werden. Am Samstagmorgen wurde daher zunächst vorsichtig aus dem Fenster gelugt und dann die Spielpläne und Bahnverbindungen abgeglichen. Heraus kam die o. g. Partie und damit sollte auch der letzte unbesuchte Ground in der Regionalliga Nord bzw. der drittletzte in der vierten Staffel fallen. Unspektakulär gestaltete sich die Anreise und etwa eine Stunde vor Spieleröffnung erreichte ich das Stadion im Berufsbildungszentrum, wo normalerweise der FC Halle-Neustadt (früher Dynamo Halle-Neustadt) zu Hause ist, temporär aber nun dem höherklassigen HFC zur Verfügung steht. Erbaut wurde es im Jahre 1979 eher für die Breitensportler und war bis vor dem Umzug des HFC komplett mit Traversen ausgebaut. Aber für die Regionalligatauglichkeit (Teilüberdachung, Sitzplätze und einen Gästeblock) wurde das Teil leider total verschandelt. Jeder sitzt oder steht gefühlte 500 Meter vom Ort des Geschehens entfernt und für derlei „Luxus“ zahlt der gemeine Fan hier mindestens 10 Euro Eintritt. Kein Wunder also, dass die hiesige Fanszene zum Boykott aufgerufen hat. Für das heutige Spiel sollte der „Heimkäfig“ in den ersten 15 Minuten unbesetzt bleiben, wobei die Saalefront Heimspiele wohl vorerst gar nicht mehr besuchen will. Bis auf die üblichen Verstrahlten blieb der Heimblock in der Anfangsviertelstunde dann auch tatsächlich leer und drei Transparente erklärten dem Rest im einst weiten Rund den Grund dafür. Im Gästeblock hingegen standen ein paar Kreaturen und da stellt sich der einigermaßen neutrale Betrachter die Frage, wie schwachsinnig muss man sein, dieses Kunstprodukt zu unterstützen. Support hörte man aus dem Gästeblock gar nicht, während der HFC mit dem Wechselgesang „Chemie – Halle“ zu gefallen wusste. Wenn es außerdem mal laut wurde, dann nur wenn es gegen den Gegner ging. Die Gäste galten trotz der für ihre Ansprüche (Durchmarsch in Liga Eins) bisher enttäuschenden Saison als Favorit, trafen aber auf einen ebenbürtigen Gegner und ehemaligen Europapokalteilnehmer. Fast alle Spieler im Kader des Produktes haben Erst- und Zweitligaerfahrung und das ist eben doch keine Aufstiegsgarantie. Wenn das System „Magath“ schon nicht funktionieren darf, dann aber erst recht nicht das Leipziger Modell.

 
 
 
 
 
 
 

Tageskilometer:                           378 km mit der Bahn von Berlin nach Halle und zurück

Saisonkilometer:                    34.235 km (7.196 km Flugzeug, 9.084 km KFZ, 17.955 km Bahn) 

zum Vergleich 09/10: 59.940 km: (8.914 km Flugzeug, 24.610 km Bahn, 21.416 KFZ)

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