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Divize - skupina B, Saison 09/10, 19.06.2010

 

FK Litvínov - SK Viktorie Jirny

 1:1

Litvinov, Letní stadion (80 Zuschauer)

 

Ohne die in diesen harten Zeiten notwendige Flexibilität müsste hier ein Report aus Polen stehen, die wie die einstigen Waffenbrüder aus Tschechien ihren letzten Spieltag an diesem Wochenende absolvierten. Da allerdings der einzig verbleibende Mitfahrer letztlich lieber ins Land der Jiří’s und Radoslav’s wollte wurde kurzerhand umdisponiert. Um Punkt sieben Uhr wurde der königsblaue Mitfahrer in Friedrichshain aufgepickt und drei Stunden bis zum Ziel die Frage ob nun Agnostic Front oder Madball die besser NY-Hardcore ergebnislos diskutiert. Mit sauber durchgepusteten Ohren erreichten wir schließlich das ehemalige Oberleutensdorf am Rande des Erzgebirges. Das Letní stadion befindet sich direkt neben dem Zimní stadion (Eishalle), wo der HC Litvínov sehr erfolgreich Hockey spielt (noch nie aus der höchsten Liga abgestiegen und 20 spätere NHL-Spieler erlernten hier das Eishockeyspiel). Der Fußballclub ist zwar genauso alt (1945), allerdings bei weitem nicht so erfolgreich. Beide Vereine waren (oder sind?) miteinander verzahnt, was u. a. der frühere gemeinsame Clubname (von 1992 bis 2000) Chemopetrol Litvínov belegt. Neben den beiden Sportclubs ist die 30.000 Einwohner Stadt vor allem durch den Braunkohleabbau (wie die ganze Region Drumherum) und als Geburtsort von Eva Herzigova bekannt. Vor ein paar Jahren gelangte die Stadt zudem durch Nazi-Riots in die Schlagzeilen, als die Rechten Romas durch die Stadt trieben und sich anschließend heftige Straßenschlachten mit den Sicherheitsorganen lieferten. An diesem etwas tristen Morgen ging es in dem Örtchen allerdings wesentlich ruhiger zu und die Stadiontore passierten allenfalls 100 Zuschauer. Zwei davon hatten einen bundesdeutschen Pass und trugen die Vornamen Ansgar und Oliver. Da man in etwa dieser Konstellation noch eine kleinere Tour in Juli machen wird, geriet das Spiel etwas zur Nebensächlichkeit. Nur der königsblaue Freund starrte unentwegt auf den Rasen als wenn ihm gutklassiger Fußball bei uns nicht geboten würde. Das Stadion ist zwar nur auf zwei Seiten ausgebaut (zumindest wenn die Außenwand der Eishalle nicht als Ausbau mitzählt), dort dann aber recht ordentlich. Eine große überdachte Haupttribüne geht in die Traversen der Hintertorseite über. Überall regiert der Gammel und mich würde es nicht wundern wenn der Platz irgendwann mal zu Gunsten eines Parkplatzes für das Hockeypublikum platt gemacht wird, zumal es in dem Städtchen noch zwei weitere Fußballballplätze gibt.

 
 

 
 

Tageskilometer:                      290 km von Berlin nach Litvinov

Saisonkilometer:               54.570 km  (8.914 km Flug, 24.610 km Bahn, 21.046 km KFZ)

zum Vergleich 08/09: 59.549 km: (16.833 km Flugzeug, 30.001 km Bahn, 12.355 KFZ, 360 km Bus)