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Oberliga Niedersachsen Ost, Saison 09/10, 23.08.2009

 

FC Hansa Lüneburg SV Ahlerstedt

2:4

Lüneburg, Stadion Wilschenbruch (400 Zuschauer)

 

Irgendwie war die Lust heute sehr begrenzt, sich für einen Gammelkick (1. Wahl Flensburg) den halben Tag in den Zug zu setzen und die Sonne nur durch die leicht getönten ICE-Scheiben zu sehen. Ergo gab es heute nur eine vergleichsweise kurze Anreise, die ausnahmsweise mal nicht so öde war wie sonst. Im IC von Hannover nach Lüneburg hatte ich es mir gerade mit einem Hochintellektuellen Magazin (Blöd am Sonntag) gemütlich gemacht als mich erst ein Knall von der weiteren Lektüre abhielt und ich Millisekunden später patschnass da saß. Ein kurzer Blick auf die Sitznachbarin und siehe da, diese sah noch mehr nach begossenem Pudel aus als ich. Zusätzlich hatte sie ein paar Glassplitter in ihren welligen Haaren und alsbald konnten wir die zerborstene Glasscheibe als Ursache für unsere ziemlich bescheuerte Lage ausmachen. Der in Personalunion agierende Oberinspektor und Schaffner evakuierte gleich den Waggon und informierte die besorgten Reisenden über einen gezielten Terroranschlag zweier am Wegesrand herumlungernder Jugendlicher, die mittels einer Wasserflasche die sonst ereignislose Fahrt ein wenig aufpäppelten. Mit Verspätung erreichte ich dann die Hansestadt Lüneburg, die der gleichnamigen Heide großzügig ihren Namen gab. Das Stadion Wilschenbruch liegt ca. 30 Gehminuten vom Bahnhof entfernt und führt am Güterbahnhof, einem Rockerclub und einer noblen Wohngegend vorbei. Am Eingangsschild des Stadions ist der Schriftzug des Vorgängervereins LSK nur notdürftig mit dem Logo des neuen Clubs FC Hansa überhangen worden. Den alten 1905 gegründeten Traditionsverein LSK gibt es seit gut einem Jahr nicht mehr und schuld daran waren wieder einmal die Finanzen. Bereits 2001 (damals noch Regionalliga Nord) müsste der LSK Insolvenz anmelden und Jahre später fusionierte er mit dem Lüneburger SV zum FC Hansa. So richtig angenommen haben die Lüneburger den FC Hansa (rot-blau) noch nicht, denn es dominieren immer noch die Farben Schwarz und Weiß.

Nach einer frühen Führung drehten die Gäste die Partie noch vor der Halbzeit (1:2) und bestimmten das Geschehen im zweiten Durchgang. Spannend war die Schlussviertelstunde als nach dem 2:3 die Lüneburger mit „freundlicher“ Unterstützung des Publikums auf den Ausgleich drückten und kurz vor Schluss in den finalen Konter liefen. Der Heimhang hinter dem Tor ließ dann in Form von heftigen Pöbeleien freien Lauf.

Tore: 1:0 (3. Min.) Krasnikov, 1:1 (40. Min.) van Huffel, 1:2 (45. Min.) Meibohm (FE), 1:3 (50. Min.) Müller, 2:3 (75. Min.) Beck, 2:4 (90 Min.) Meibohm. 

 
 

Stadion:

Das Stadion Wilschenbruch gibt es schon seit über 100 Jahren und die heute noch existente überdachte Haupttribüne steht dort seit 1921 und dürfte damit heute eine der ältesten noch bestehenden Tribünen in Deutschland sein. Bis auf die eine Hintertorseite gibt es ausreichend Stehplatztraversen, so dass das Stadion auf eine Gesamtkapazität von 8.000 kommt. Angeblich soll das Areal mittelfristig der Abrissbirne zum Opfer fallen, da die Gegend zum Stadion eine sehr beliebte Wohngegend ist.

 
 
 
 
 
 

Tageskilometer:                      725 km Bahn von Berlin via Hannover via Lüneburg via Hamburg nach Berlin

Saisonkilometer:               17.905 km KFZ (3.196 km Flug, 12.665 km Bahn, 2.044 km KFZ)

zum Vergleich 08/09: 59.549 km: (16.833 km Flugzeug, 30.001 km Bahn, 12.355 KFZ, 360 km Bus)

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