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Předkolo Pohár ČMFS, Saison 2009/2010, 19.07.2009

 

FK Slovan Pardubice - TJ Sokol Živanice

0:4

Pardubice, Areal Lucni (ca. 200 Zuschauer)

 

Wo uns die zweite Partie des Tages hinführen würde, blieb lange unklar und nach einigen Diskussionen entschieden wir uns für das Risiko, das hieß für das Spiel des ehemaligen FK AS Pardubice gegen Sokol Zivanice. Wir stolperten über dieses Spiel im Ansetzungsteil einer lokalen Sportzeitung und meinten uns beide zu erinnern, dass die ostböhmische Metropole über zwei ganz brauchbare Stadien verfügt. Da wir nicht genau wussten, wo gespielt würde und es zudem einige Unklarheiten gab, warum der Club nun in den Niederungen des tschechischen Fußballs rumdümpelte, entschieden wir uns es einfach mal herauszufinden, ganz nach dem Motto: der Pioneer, halb Mensch, halb Tier.  

Gegen 13 Uhr erreichten wir unser Zielgebiet und direkt am Ortseingang kam uns ein Stadion, leicht versteckt hinter Bäumen, vor die Flinte. Eine fast in Perfektion ausgeführte 180-Grad-Kehre des Fahrers verblüffte tschechische Verkehrsteilnehmer und brachte uns direkt ins Plochodrážní stadion, wo dem Speedwaysport gefrönt wird. Unter Insidern soll es sich bei dieser verranzten, aber geilen Bude um eine Art Kultground handeln, hat man mir zumindest so erzählt. Nach soviel Aufregung begaben wir uns anschließend in die Stadt um die Sehenswürdigkeiten von Pardubice (ca. 90.000 Einwohner) unter die Lupe zu nehmen. Diese waren vorhanden und obendrein recht übersichtlich angeordnet und so blieb uns noch genug Zeit für ein kleines Mittagessen, welches wir in der Pizzeria einnahmen. Nix gegen die böhmische Küche – im Gegenteil – aber jeder Sauladen der lokale Speise offerierte war dicht. Zum Nachtisch checkten wir in einer Sportzeitung noch mal die Ansetzung und erfuhren dort auch, welcher Sportclub der populärste in Pardubice ist – es ist der HC Pardubice, dreimaliger tschechoslowakischer Eishockey-Meister (1973, 1987, 1989 noch unter dem Namen Tesla) und tschechischer Meister von 2005. Berühmtester Sohn der Stadt ist die Torwartlegende Dominik Hašek, der zweimal mit den Detroit Red Wings den Stanley Cup gewann und zur nächsten Saison wieder zu seinem Stammverein in Pardubice zurückkehren wird. Aber weg von den Randsportarten. Nach unserem opulenten Mahl und „nur“ noch zwei Stunden Zeit bis zum Abpfiff machten wir uns daran die lokale Fußballszene genauer unter die Lupe zu nehmen. Der FK AS ist bzw. war ein Verein, der im Jahre 2000 aufgrund einer Fusion neugegründet wurde. Er spielte bis vor ein paar Jahren in der 2. Liga und ist dann, aus welchen Gründen auch immer, in den Niederungen des tschechischen Fußballs verschwunden. Wir versuchten unser Glück zunächst im städtischen Stadion direkt neben der Eishalle, allerdings erfolglos. Der Ground war zwar eine kleine Perle, sah aber so aus als ob er zur friedlichen Gammelei freigegeben wurde. Auf dem Stadtplan entdeckten wir noch ein zweites Stadion, welches unweit der Innenstadt lag und wahrlich schwer zu finden ist. Als wir es dann aber doch schafften, waren die Tore geöffnet und im dort ebenfalls untergebrachten Biergarten konnten wir ein paar Tschechen bei ihrer Lieblingsbeschäftigung beobachten. Ein kurzes Nachfragen bei den Biertrinkern ergab, dass hier heute auch kein Spiel stattfinden würde. Ergo wurde ein kleiner Arbeitskreis gebildet und unter Zuhilfenahme unserer Sportzeitung und dem Stadtplan machten sich die Herren daran für uns den Spielort zu lokalisieren. Einer meinte er hätte die Lösung und versuchte uns in seiner Landessprache den Weg in einen Vorort zu erklären. Ein Wunder, dass wir ihn gefunden haben, wobei dabei eher Meister Zufall eine gewichtige Rolle spielte. So weit, so gut – allerdings entpuppte sich die neue Heimat es neuen Vereins (heißt wohl jetzt FK Slovan Pardubice) als Obergammelground mit ein paar Stufen auf zwei Seiten. Da es auch schon zu spät war eine der mögliche Alternativpartien anzusteuern blieben wir und sahen vor ein paar hundert Zuschauern einen ungefährdeten Auswärtssieg inklusive einem kleinen Gästemob.

 
 

Stadion:

Der Pardubicer Sportplatz mit dem klangvollen Namen „Areal Lucni“ verfügt über ein paar Stufen hinter dem Tor und ein paar auf einer Längsseite.

 
 
 

Tageskilometer:                    543 km mit dem KFZ von nach Dobrovice über Pardubice zurück nach Berlin

Saisonkilometer:               1.552 km KFZ

zum Vergleich 08/09: 59.549 km: (16.833 km Flugzeug, 30.001 km Bahn, 12.355 KFZ, 360 km Bus)

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