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Divize - skupina A, Saison 08/09, 25.04.2009

 

Jiskra Třeboň - FC ZVVZ Milevsko

3:1

Třeboň, Stadion Jiskra Třeboň (ca. 200 Zuschauer)

 

Ein halbes Stündchen benötigen wir nach Spielschluss um zum abgestellten fahrbaren Untersatz zu kommen, inklusive einiger Verbalscharmützel mit sogenannten Bayernfans. Ein nicht enden wollender Strom an Bussen mit Kennzeichen von Überall karrte die rot-weißen Fanscharen zurück in ihre Dörfer. Wir ließen es eher gemütlich angehen, sammelten den 96-Kollegen in Ismaning auf und fuhren erstmal in Richtung Franz-Josef-Strauss-Flughafen, wo wir noch den Bus mit unseren kickenden Göttern erblickten. Freddy schmiegte sogleich seine zwei Tonnen Blech dicht an den Bus und drückte ordentlich auf die Hupe. Soviel pubertärer Quatsch darf es dann auch mal sein. Mit der langsam untergehenden Sonne im Rücken führte unser Weg gen Osten, genauer nach Prachatice. Dort hatten wir am Vortag zwei Zimmer gebucht um dort den Abend und die Nacht zu verbringen. Gegen 21 Uhr erreichten wir das ehemalige Prachatitz in Südböhmen, welches laut Eigenwerbung „als überaus anziehendes touristisches Ziel gilt“. Da unsere Butze direkt am Marktplatz lag, wurde die Karre zentral positioniert und nachdem sich alle für das Nachtleben frisch gemacht hatten (wobei keiner länger als zwei Minuten inklusive Gang zum Boiler brauchte), hieß es ran ans Glas. Hannover und ich machten noch einen kleinen Umweg via nächstgelegenen Geldautomaten, wo wir eine Begegnung der unheimlichen Art hatten. Am Automat drückte eine Gestalt fleißig in die Tasten und von hinten sah der Typ wie ein Mitglied der nationalen Streitkräfte aus. Als er sich dann umdrehte waren deutlich die SS-Runen am Kragenspiegel und das Dienstgradabzeichen eines Rottenführes zu erkennen. Die dazugehörige leichte Maschinenpistole, welche aber eher eine gut gemachte Attrappe gewesen sein dürfte, hielt seine ganz in Zivil gekleidete Freundin lässig in der Hand. Wir blickten uns fragend an, ohne dabei aber auch nur annährend eine schlüssige Antwort für diese Maskerade zu bekommen. Leicht irritiert, dafür aber mit den Taschen voller Geld, ging es zurück zum Markplatz. Zwei Restaurants standen uns zur Auswahl, das Eine direkt in unserem Hotel (leider hoffungslos überfüllt) und das Andere etwas noblere gleich um die Ecke. Das Essen war zwar nicht ganz günstig, dafür aber geschmacklich absolute Oberklasse. Gegen Mitternacht wechselten wir die Lokalität und besuchten  eine Art Jugendclub, der sich eher als lokaler Kiffertreffpunkt entpuppte. An sich ein ganz netter Laden mit gutem Bier, der sich aber nur sehr spärlich füllte und in dem  ausschließlich Fatboy Slim gespielt wurde. Zwei Stunden hielten wir es  dort aus, ehe die Müdigkeit den Kampf gegen den Konsum weiterer tschechischer Braukünste gewann. Da konnte uns auch die lieb gemeinte Einladung zum kollektiven Inhalieren von Cannabispflanzen nicht mehr zum Verweilen bewegen.

 

 

Nach einem etwas kargen Frühstück inklusive sehr dünnem Kaffee startete Freddy um Punkt neun Uhr den japanischen Motor, um Prachatice, welches wirklich ein sehr nettes Städtchen ist, den Rücken zu kehren. Unser Weg führte  zunächst an České Budějovice vorbei ins ca. 30 km entfernte Třeboň, dem ehemaligen Wittingau. Der strategische Schachzug, mit einem etwas größeren Zeitpuffer im Gepäck anzureisen, erwies sich als glücklich, da der Sportplatz des hiesigen Fußballclubs doch sehr versteckt lag und wir diesen auf Anhieb trotz Vorwarnung nicht fanden. 30 Krönchen kostete der Eintritt und neben uns wollten sich ca. 300 weitere Fußballfreunde  diesen Kick der vierthöchsten tschechischen Liga ansehen. Sportlich sicherlich kein Leckerbissen, wenn der Siebte gegen den Achten antritt, aber Alternativen an diesem Sonntagvormittag waren bis auf die ganzen B-Partien rar gesät. Der Kick war trotzdem ganz nett  anzusehen und der Sieg ging verdientermaßen an die Hausherren. Wir wunderten uns ein bisschen ob des sprachlichen Mischmaschs auf dem Platz. Da wurde mal englisch, mal deutsch und auch mal tschechisch miteinander kommuniziert.  Kurz vor Ende ermahnte der Schiedsrichter den einheimischen Torhüter mit den Worten: „Noch so eine Aktion und es gibt Elfmeter, jetzt ist Ende im Gelände!“ Das Geheimnis lüftete der Unparteiische nach Spielende, als er auf unsere Frage mit einem simplen Schiedsrichteraustausch antwortete.

 

 

 

Stadion:

Der Sportplatz in Třeboň verfügt über eine kleine überdachte Tribüne, unter der nur zwei Sitzreihen Platz haben. Dazu gibt es ringsherum noch ein paar Sitzbänke und ein sehr niedliches Kassenhäuschen.

 

 
 
 

Tageskilometer:                 380 km mit dem KFZ von München nach Trebon

Saisonkilometer:          51.829 km: 13.967 km Flugzeug, 28.061 km Bahn, 9.581 km KFZ, 220 km Bus

zum Vergleich 07/08: 63.094 km: (34.822 km Flugzeug, 15.407 km KFZ, 10.895 km Bahn, 1.157 km Bus, 490 km Schiff)

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