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1.Gambrinus liga, Saison 08/09, 12.04.2009

 

FK Viktoria Žižkov - SK Sigma Olomouc

1:2

Praha, Stadion Viktoria (2.723 Zuschauer)

 

Ursprünglich sollte es mit einem in Berlin lebenden 60er über Ostern nach Prag gehen, aber bei der Feinplanung entpuppte sich dieser Plan aufgrund von schon besuchten Stadien, der Spielauswahl und der fast aussichtslosen Lage noch an Karten für das Prager Derby zu kommen, als ziemlich sinnlos. Aber zumindest gab der Sonntag noch ein paar ordentliche Kicks her und so kachelten Freddy und ich in den frühen Morgenstunden der Geburtsstadt von Kateřina Nora Bochníčková entgegen. Im günstigsten Fall benötigt man heutzutage nur noch drei Stunden für die Strecke Berlin – Prag, wobei sich der Beifahrer aufgrund seiner gestrigen Suffi-Tour nach Gelsenkirchen die Zeit mit einem gepflegten Nickerchen vertrieb. Nachdem der Kollege ausgeschlafen hatte, steuerten wir direkt unser Zielgebiet den Stadtteil Zizkov, an. Auf den ersten, zweiten und dritten Blick ein Ort an dem sich leben lässt. Die vielen sanierten Altbauten, dazwischen immer noch schöne alte und verranzte Mietskasernen, erinnern ein wenig an den Berliner Stadtteil Prenzlauer-Berg, wobei Zizkov auf bzw. an einem Berg liegt und hoffentlich noch nicht durchzogen ist mit Ökoyuppies aus den alten Bundesländern. Das Stadion des lokalen Fußballclubs FK Viktoria liegt umschlossen von Wohnhäusern und ist gar nicht mal so weit vom Prager Zentralbahnhof entfernt. Ein nettes Parkplätzchen fanden wir gleich um die Ecke, nur war dieser dummerweise blau umrandet, was wiederum eine bildhübsche Tschechin auf den Plan rief und uns in einem astreinen Deutsch erklärte, dass Blau nur für Anwohner wäre. Aber mit einen bezaubernden Lächeln wusste dieses fast feenhafte Wesen auch gleich Rat und wies den Weg zu den Parkplätzen für den Pöbel, die übrigens weiß umrandet sind. Zizkov, in meinem nächsten Leben wird Du meine Residenz sein!

Voller Nach- und Vorfreude schlenderten wir anschließend den Berg runter, vorbei an Schildkröten der staatlichen Schutzmacht und ein paar Gästefans hin zum Haupteingang. Für schlappe 90 Kronen (weniger als vier Euro) gab es ein schickes Billet für die Gegengerade und nachdem wir das obligatorische tschechische Nationalgetränk (Exportschlager und Urquell tschechischer Kultur) in Empfang genommen hatten, verpflanzten wir unsere Körper auf die auf dem Ticket ausgewiesenen Plätze. 10:15 Anpfiff – das Bierchen schmeckt – die Sonne brennt am Firmament – braucht ein Primat mehr zum Glücklichsein? Apropos Primat – mindestens 20 weitere Prachtexemplare teutonischer und englischer Herkunft wurden während des Spiels gesichtet Grüße nach Ascheberg), darunter auch unser 60er, der gleich zwei Briten (Barnsley und Tranmere-Supporter) im Schlepptau hatte.

 
 

In dem Spiel des abgeschlagenen Vorletzten und tschechoslowakischen Meisters von 1928 gegen Sigma Olomouc (Tabellenachter und vor vier Jahren äußerst erfolgreich im UI-Cup) hätten sich die Gäste mit einem Sieg wieder näher an die vorderen Plätze heran schieben können. Rund 3.000 Zuschauer, darunter ca. 30 Gästeanhänger, sahen in der ersten Halbzeit eine trotz vorhandenen spielerischen Talents, eher durchschnittliche Partie. Stimmung kam selten auf, obwohl der FK Viktoria über eine recht solide (von Jung bis Alt alles vertreten) Fanbasis stützen kann. Zweimal gab es Grund zum Jubeln – zuerst im Gästeblock, fünf Minuten später, kurz vor dem Halbzeitpfiff auch für den Heimanhang. Die Darbietungen im zweiten Durchgang waren ein klein wenig besser und das Endergebnis wurde auch erst kurz vor Schluss hergestellt. Dabei machte der Zizkover Torhüter eine unglückliche Figur, weil der zwar platzierte Ball doch haltbar schien.

Tore 0:1 (40. Min.) Hubnik, 1:1 (45. Min.) Naumov, 1:2 (90. Min.) Rossi da Silva

 
 
 

Stadion:

Das Viktoria Stadion, in dem aktuell auch die „falschen“ Bohemians spielen, ist sehr eng gebaut und verfügt mittlerweile über Seiten auf denen man sitzen und stehen kann. Die kleine, aber recht langgezogene Haupttribüne ist überdacht, der Rest nicht. Die Gegengerade umfasst weniger als zehn Sitzreihen, die aber ebenfalls über die Längsseite des Platzes angeordnet sind. Auf der einen Hintertorseite kann man stehen und sitzen und diese ist für den Gästeanhang reserviert. Recht neu ist die Stahlrohrtribüne auf der gegenüberliegenden Hintertorseite, auf der sich die supportwilligen Fans einfinden. Bis auf die Haupttribüne gibt es ansonsten keine weiteren Dachkonstruktionen. Die Heimstätte von Viktoria Zizkov ist ein schnuckeliges Stadion inmitten von Wohngebieten.  

 
 
 
 

Tageskilometer:                 357 km von Berlin nach Prag

Saisonkilometer:          49.989 km: 13.967 km Flugzeug, 28.061 km Bahn, 7.741 km KFZ, 220 km Bus

zum Vergleich 07/08: 63.094 km: (34.822 km Flugzeug, 15.407 km KFZ, 10.895 km Bahn, 1.157 km Bus, 490 km Schiff)

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