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DFB-Pokal, Saison 08/09, 27.01.2009

 

FC Carl Zeiss Jena - FC Schalke 04

1:4

Jena, Ernst-Abbe-Sportfeld (17.600 Zuschauer, ausverkauft)

 

Einen Großteil der im Haushaltsplan der Stadt Jena 2008 eingestellten Budgets für Bußgelder (siehe Konto 26010 Verwarnungs- und Bußgelder Fahrerlaubnisbehörde) konnte die zweitgrößte Stadt Thüringens an diesem 27. Januar 2009 einnehmen. Strategisch klug positioniert standen die Blitzer auf der Hinfahrt in Richtung Stadion und bei der Heimfahrt Richtung Autobahn und so manch ein ost- und westdeutscher Schalke-Anhänger tappte in die Radarfalle. Die Berliner Kollegen fuhren drei geteilt zum Achtelfinalerfolg: ein 9-er um 14:04 Uhr startend, mein Bolide mit drei weiteren Nasen wurde um 15:30 Uhr aus der Hauptstadt katapultiert und ein einsamer Mensch (Name der Redaktion bekannt) fuhr mit dem ICE. Im Gegensatz zum Suffi-9er, sprinteten wir durch und hätten ihn fast sogar noch eingeholt, aber auch so standen wir nach zwei Stunden Fahrzeit in der Blechlawine wenige hundert Meter vor dem Ernst-Abbe-Sportfeld. Die letzten Meter zum Gästeparkplatz mussten die Gästeanhänger (und all die, die es noch werden wollen) durch den Heimmob zurücklegen und machten dabei unterschiedliche Erfahrungen. Bei dem vorauseilenden PKW wurden die Türen aufgegriffen und zum Tanz geladen, während für uns sogar die Bierpullen von der Chaussee geräumt wurden. Nach einmal im Uhrzeigersinn umherfahren konnten wir das schön muckelige Gefährt in einem hermetisch abgeriegelten Bereich direkt hinter dem Gästeblock verlassen und uns fortan mit der thüringischen Kälte rumärgern.

Dank einer Zusatztribüne fasste das komplett ausverkaufte Ernst-Abbe-Sportfeld 17.600 Zuschauer, darunter ca. 1.500 Gästeanhänger die mehrheitlich aus dem Umland rekrutiert wurden. Sicherlich auch ein Grund warum die Stimmung im Gästeblock eher dürftig war. Positiv überraschte die Lautstärke, die von der Haupttribüne ausging und über weite Strecke vernehmbarer waren als der vermeintliche Stimmungsblock neben uns. Dafür hatten diese zu Beginn des Spiels eine ganz ordentliche Choreographie dargeboten. Wie so häufig bei Pokalspielen gegen klassentiefere Vereine investieren die Hausherren viel und die Gäste nur das Nötigste. Dies reichte zu einer Halbzeitführung und danach spielten nur die Hausherren, allerdings scheiterte Jena am Unvermögen oder hatte Pech. Nach zwanzig Minuten Drangphase schlugen die Blauen eiskalt zu und erhöhten auf 2:0. Danach ging es hin- und her und am Ende stand es 1:4 und die Mannschaften verabschiedeten sich mit jeweils nur neun Feldspielern in die Kabine.

Tore: 0:1 (20. Min.) Farfan, 0:2 (65. Min.) Farfan, 1:2 (68. Min.) Schembri, 1:3 (70. Min.) Rakitic, 1:4 (90. Min.) Kuranyi

 

Stadion:

Im Frühjahr des Jahres 1922 erfolgte der erste Spatenstich am Stadiongelände in Jena. Eineinhalb Jahre später wurde mit dem Tribünenbau (ca. 600 Plätze) begonnen und am 24. August 1924 wurde das Jenaer Stadion mit dem Spiel des 1. SV Jena gegen VfL Halle 96 (1:1) offiziell und feierlich eröffnet. Exakt 15 Jahre später wurde das Stadion in „Ernst-Abbe-Sportfeld“ umbenannt. Die Spielstätte wurde im 2. Weltkrieg bombardiert und musste demzufolge nach 1945 wieder erneuert werden. Das erste Nachkriegsspiel fand 1946 gegen Weimar statt. Ende der 50er Jahre wurden neue Sozialgebäude gebaut und darauf ein kleiner holzvertäfelter Aussichtsturm, der noch heute zu bewundern ist. Der Zuschauerrekord wurde mit 27.500 im Jahre 1962 im Europapokalspiel gegen Athletico Madrid aufgestellt. 1974 wurde dann die neue Flutlichtanlage eingeweiht und 1997 ersetzte man die alte Holztribüne durch einen Tribünenneubau (4.200 Plätze).

Das ganze Gelände rund um das Stadion ist sehr weitläufig und liegt direkt an der Saaleaue („Paradies“). Die Spielstätte ist ein klassisches Leichtathletik-Stadion, in dem der Zuschauer auf der überdachten Haupttribüne und der unüberdachten Gegentribüne sitzen kann. Die Kurven sind den Stehplatzbesuchern vorbehalten. Sehr schön sind die dreibeinigen Flutlichtmasten und der bereits erwähnte Holzturm. Auf dem Gelände befindet sich auch das Gebäude des Fanprojekts Jena.

Vom Bahnhof Paradies kann man wahlweise mit der Straßenbahn (Linie 4) oder zu Fuß (ca. 15 Min.) zum Ernst-Abbe-Sportfeld gelangen.

 
 
 

Tageskilometer:                 496 km mit dem KFZ von Berlin nach Jena und zurück

Saisonkilometer:          42.041 km: 13.967 km Flugzeug, 23.309 km Bahn, 4.545 km KFZ, 220 km Bus

zum Vergleich 07/08: 63.094 km: (34.822 km Flugzeug, 15.407 km KFZ, 10.895 km Bahn, 1.157 km Bus, 490 km Schiff)

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