[zurück zur Übersicht]

 

Terza Categoria, Saison 08/09, 11.01.2009

 

Polisportiva San Precario 2007 – A. C. Pernumia

3:3

Padova, Stadio Silvio Appiani (ca. 150 Zuschauer)

 

Als der Schlusspfiff endlich das Gegurke auf dem Rasen beendete, rollte unser Musa schon vom Parkplatz runter und erreichte exakt neun Minuten später das Stadio S. Appiani. Unser Eingang von heute Mittag war leider verschlossen, dafür stand ein anderes Tor sperrangelweit offen und von weiten zu sehen waren schon die Protagonisten auf dem Rasen, die mehr mit sich als dem Spielgerät beschäftigt wareh. Eintritt wurde erst gar nicht verlangt und auch der recht große Fanartikelstand war verwaist. Dafür saßen und standen rund 150 Zuschauer auf der Tribüne und gute 20 davon erfreuten den Rest mit einem anständigen Support. Fußballherz was willst Du mehr und während wir unser Glück kaum fassen konnten, schallte ein lautes „Mike“ von der Tribüne. Etwas irritiert drehte sich meine Kollege um und entdeckte Zia, Drummer von Los Fastidios. Meister Zufall, denn eigentlich wollten wir direkt nach dem Pavoda-Kick nach Verona weiterbrettern und den Abend mit Enrico, dem Frontmann der legendären Band, und ein paar Virtus-Leuten verbringen (was wir dann auch machten, nur halt später). Somit hatten wir gleich eine Informationsquelle, die erst einmal das Geheimnis lüftete wer warum hier gegen wen spielt. Bis 1994 kickte in diesem Ground Padova Calcio vor maximal 24.000 Zuschauern (damals gab es noch einen Oberrang auf der Gegengeraden) und bis 2007 wurde das Stadion nur temporär genutzt. Die Eigentümerin des Stadions, die Kommune, fragte dann in der Stadt rum ob nicht ein Verein Lust hatte hier zu spielen. Kurzerhand gründeten einige Linke einen Verein und meldeten Polisportiva San Prescario 2007 für den offiziellen Spielbetrieb an. Nach zehn Auftaktniederlagen wurde gleich das Saisonziel Nichtabstieg erreicht, wobei fairerweise anzumerken ist, tiefer als Terza Categoria (10. Liga) geht es nicht mehr. Der Rest der ersten Halbzeit wurde mit dem Sammeln von Informationen verbracht, aber in der zweiten Halbzeit widmeten wir uns voll und ganz den etwas komisch anmutenden Darbietungen auf dem braunen Rasen. Ich will mich jetzt nicht in die Kategorie Maradona hieven, aber da hätte ich noch locker mit Kippchen im Mundwinkel mitspielen können. Wenngleich es hier ein eigenes Regelwerk gibt, dass unter anderem besagt, dass man keine Ballstafetten über mehr als zwei Stationen spielen darf und nie der direkte Weg zum Tor gesucht werden darf. Ein ganz übles Gewürge, aber immerhin fielen endlich die ersten Tore auf unserer Tour. Hat auch Mordsspaß gemacht und einen Schal bekamen wir auch noch geschenkt. Da unser Flug erst am Montagmorgen von Bergamo aus zurückging, starteten wir alsbald nach Verona durch um noch in geselliger Runde die letzte Pizza in eine Art Bergrestaurant (gehört einem Spieler oder Funktionär von Virtus) in den Laib zu drücken und die letzte Flasche Rotwein zu leeren.

Rein fußballerisch war die Tour der letzte Heuler, aber das Eishockeymatch und die Terza-Categoria-Partita sowie das ganze Drumherum entschädigte mehr als adäquat. Fast null Stress gehabt, außer dem selbst verursachte, weil unsereins ständig irgendwo was liegen lässt und ständig seine Klamotten zusammensuchen musste. Aber schön wenn man einen Mitfahrer hat, der einen ständig auf diese Unzulänglichkeit hinwies und mit Rat und Harndrang zur Seite stand. Gut abgelacht…

Tore: Weiß ich nicht…

http://sanprecario2007.blogspot.com/2009/01/sanprecario-vs-pernumia-3-3.html

 
 
 
 

Stadion:

Das alte Stadion von Padova Calcio liegt direkt neben dem Radrennareal „Stadio Monti“ unweit des zentralen Platz Prato della Valle. Eröffnet wurde es am 19. Oktober 1924 mit einem Meisterschaftsspiel gegen Andrea Doria (6:1). Das Fassungsvermögen lag damals bei 9.800 Zuschauern. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Spielstätte durch Neugestaltung der Nord- und Ostseite (Letztere wurde auf zwei Ränge ausgeweitet inklusive einem Giebeldach nach britischem Vorbild) ausgebaut. Das letzte Spiel fand am 25. Mai 1994 (gegen Palermo 0:0) statt. Bis auf den Rückbau des zweiten Rangs existierte das Stadio Appiani heute noch fast unverändert. Namensgeber ist ein ehemaliger Stürmer, der im ersten Weltkrieg fiel.

 
 
 

Tageskilometer:                 978 km, davon 180 km  KfZ von Padova nach Bergamo und 798 km Flug von Bergamo nach Berlin

Saisonkilometer:          41.545 km: 13.967 km Flugzeug, 23.309 km Bahn, 4.049 km KFZ, 220 km Bus

zum Vergleich 07/08: 63.094 km: (34.822 km Flugzeug, 15.407 km KFZ, 10.895 km Bahn, 1.157 km Bus, 490 km Schiff)

[zurück zur Übersicht]