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Regionalliga Nord, Saison 08/09, 29.10.2008 |
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Kieler SV Holstein - SV Babelsberg 03 0:0 Kiel, Holstein-Stadion (3.358 Zuschauer) |
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Unbequem und -gemütlich gestaltete sich die Rückfahrt nach Berlin. Erst 90 Minuten nach Mitternacht rollten die ICE’s (diesmal aber alle pünktlich) zurück nach Berlin. Nach kurzer Brause und Klamottenwechsel sowie einem 90-Sekunden-Smalltalk mit dem Schneider Maxi ging es gleich weiter, diesmal Richtung Norden – genauer nach Kiel. Die für einen Mittwoch etwas ungewöhnliche Anstoßzeit von 15:00 Uhr ist dem etwas lichtschwachen Flutlicht im Kieler Holstein-Stadion geschuldet. Die Mindestanforderung des Deutschen Fußballbundes liegt bei 400 Lux für die Regionalligisten und 800 Lux für die Vereine aus der 3. Liga, wohin der Kieler SV Holstein auch aufsteigen möchte. Da die Kosten für so eine dolle Lichtanlage zwischen einer halben (Erweiterung) und zwei Millionen Euro liegen (Neuinstallation) und zurzeit kein Geldgeber am Horizont in Sicht ist, dürfte das Vorhaben Aufstieg an unsinnigen Forderungen der Herren in Frankfurt scheitern. Trotz höflicher Anfrage doch am Abend spielen zu dürfen (da in Echt das Licht wohl ausreicht, aber eben auf dem Papier nicht), wurde mit der Begründung abgelehnt, dass schließlich das Fernsehen auch was von dem Spiel zeigen will und dafür das Licht eben zu schwach sei. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass man theoretisch im Dunkel spielen kann, wenn das Fernsehen nicht überträgt. Ein paar hundert Zuschauer dürften somit dem Spiel wegen solch profaner Dinge wie Arbeit (kennt der DFB aber auch nicht) weggeblieben sein und dafür einen hinzugewonnen haben. Bei einem Anstoß im Dunkeln wäre eine Rückfahrt noch am gleichen Abend nicht möglich gewesen und da Arbeit durch Urlaub ersetzt wurde, hieß das Ziel heute Kiel. Der Deutsche Meister von 1912; Aufstiegsaspirant Nr. 1 und Tabellenzweiter durfte sich heute mit dem Spitzenreiter messen. Ein echtes Spitzenspiel eben! Ich konnte das Stadion erst um kurz nach 15 Uhr wegen Bus-verpasst betreten, stürmte voller Fußballhunger das recht einsame Kassenhäuschen (eigentlich kein Wunder, Spiel lief ja schon!), klimperte den Obolus von acht Euro auf den Tresen und durfte anschließend noch meinen Rucksack in der Verwahrstelle abgeben. Glück im Unglück – das Spiel lief noch nicht und wurde erst mit zehnminütiger Verspätung angepfiffen. Unglück im Glück – ich stand im Gästeblock. Der wiederum war allerdings groß genug für mich und die rund 100 Babelsberger. Am Ende zählte der Kassierer 3.358 Zuschauer, was für einen Mittwoch-Werktags-Nachmittagskick gar nicht mal schlecht war. Das Spitzenspiel machte seinem Namen alle Ehre und endete völlig verdient torlos. Für ein wenig Abwechslung sorgte lediglich der Support auf beiden Seiten und eine Aktion der Staatsmacht in Form eines guten Dutzend Behelmter, die einen lattenstrammen und außerhalb des Stadions befindlichen Babelsberger zur … (was war eigentlich) ermahnen wollten. Eigentlich unnötig zu erwähnen, dass sich das Ganze dann allmählich aufschaukelte und immer mehr grün bekleidete Beamte anzog. Aber löblicherweise blieb es bei ein paar hitzigen Diskussionen und zum Teil auch lustigen Wortgefechten (Grün zu Fan: Du sollst mich nicht duzen?). |
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Stadion: |
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Offiziell wurde das Kieler Holstein-Stadion am 15. Oktober 1911 mit einem Freundschaftsspiel gegen Preußen Berlin eröffnet. Eine kleine Holztribüne für 200 Besucher zog gerade die wohlhabende Einwohnerschaft Kiels an. Nach dem ersten Weltkrieg ging das zuvor gepachtete Gelände durch die Bildung eines „Sportplatzfonds“ in das Eigentum des Vereins über. Im Jahre 1921 wurde die Holztribüne vom Winde verweht und so entschlossen sich die Neueigentümer für den Bau einer neuen Tribüne auf der anderen Seite mit 420 Sitzplätzen inklusive diverser Sozialräume. Zusätzlich wurden noch einige Wälle aufgeschüttet, so dass das Areal 8.000 Zuschauer fassen konnte. Nach nur sechs Jahren erfolgte der nächste größere Umbau mit Einbau einer Laufbahn für die Leichtathleten sowie einer Einweiterung der Stehplatztraversen. 18.000 sahen 1943 das Endrundenspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen den FC Schalke 04 (4:1). Wenig später wurde das Stadion infolge des Kriegs fast vollständig zerstört. Im Sommer des Jahres 1950 wurde das „neue“ Stadion eingeweiht und es bestand aus einer Haupttribüne und Traversen für insgesamt 30.000 Zuschauer. Ein Jahr später war das Stadion zum ersten Mal bei dem Spiel gegen den Hamburger SV ausverkauft. 1957 wurde die Flutlichtanlage in Betrieb genommen und zudem der Holsteinplatz in Holstein-Stadion umbenannt. 1973 musste der Verein sein Stadion an die Stadt verkaufen und zwei Jahre später folgte eine Generalüberholung und 1978 wurde eine neue, lichtstärkere Flutlichtanlage eingebaut. 2006 wurden noch einmal 1,8 Mio. Euro investiert und das Stadion fast komplett umgekrempelt. |
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Tageskilometer: 798 km mit der Bahn von Berlin nach Kiel und zurück Saisonkilometer: 32.871 km: 8.576 km Flugzeug, 22.309 km Bahn, 1.766 km KFZ, 220 km Bus zum Vergleich 07/08: 63.094 km: (34.822 km Flugzeug, 15.407 km KFZ, 10.895 km Bahn, 1.157 km Bus, 490 km Schiff) |
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