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Champions League Qualifikation , Saison 08/09, 27.08.2008 |
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Club Atletico De Madrid - FC Schalke 04 4:0 Madrid, Estadio Vicente Calderon (55.000 Zuschauer) |
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Der gemeine Iberer ist eher von kleinwüchsiger Natur, überschätzt sich maßlos und stößt Laute aus, die eine mittelschwere Mandelentzündung vermuten lassen. Spanien als Reiseland ist schon klasse, allerdings gibt es 191 Nationen die noch attraktiver sind. Finde ich zumindest! Aber nun gut, wenn der Königsblaue Klub in Iberien antritt kann man auch mal über seinen Schatten springen und außerdem war es eine willkommene Abwechslung zur Bahnerei quer durch unsere schwarz-rote Republik. So ganz konnte ich dann aber doch nicht auf Mehdorns Fuhrpark verzichten und rollte am Montagabend mit dem letztmöglichen Zug von Berlin nach Essen um mich dort nach vier Stunden Schlaf von Matthias aus Paderborn einsammeln zu lassen. Ziel der morgendlichen Autofahrt war der Flughafen von Eindhoven, wo wir pünktlich um 09:35 Uhr mit Ryanair (für schlanke 33 Euro) Richtung Madrid starteten. Der Flug war frei von Turbulenzen und sonstigen Annehmlichkeiten, so dass wir völlig relaxt den Aeropuerto de Madrid Barajas erreichten. Und da wir gerade so schön in Fahrt waren, setzten wir uns mit der Metro Richtung Innenstadt (ca. 30 Min. Fahrzeit) ab. An der Station Gran Via (sozusagen der Hauptstraße Madrids) verließen wir die U-Bahn und bekamen erstmal die Hitze vor den Latz geknallt, wodurch sich die Rechnung „Zwei Tage – zwei T-Shirts!“ als totale Fehlkalkulation erwies. Aber bevor wir uns in die netten Boutiquen stürzten, musste erst einmal für eine gescheite Bleibe gesorgt werden. Der restliche Teil der Reisegruppe buchte sich am Puerta del Sol in einem 14-Euro-die-Nacht-Hostel ein, wobei wir dann doch lieber so ein richtiges Doppelzimmer mit Dusche und Klimaanlage ins Auge fassten. Die Erinnerung an die Ausdünstungen von 24 Alkoholleichen aus Barcelona lag noch tief in meiner Nasenscheidewand vor Anker. Da wir sehr wählerisch waren und dabei auch nicht so viele Euro aus unseren Portemonnaies ziehen wollten, machten wir uns auf die lange und beschwerliche Suche und fanden unser Bettenlager gleich im ersten Schuppen der uns vor die Flinte kam. Drei Betten, alles pikobello sauber und eine astrein funktionierende Klimaanlage (wenn man erst mal den entscheidenden Knopp gefunden hatte) bot uns in den nächsten beiden Nächten ein kühles und wohliges Zuhause. Die bei der Hotelsuche gewonnene Zeit investierten wir in eine erste Stadtbesichtigung, die allerdings ziemlich schnell beendet wurde da unsere Mägen nach Nahrung gierten. Ein gar nicht so einfaches Unterfangen, unter der Madrider Mittagssonne ein einigermaßen preisgünstiges Restaurant zu finden. Wir entschieden uns letztlich für eine kleine touristenfreie Kaschemme, die ein Mittagsmenü in Kreide auf Schiefertafel anpries. Eine gute Wahl, wie sich eine Stunde später herausstellte, die Vorspeise (leckere Kartoffelsuppe) hätte voll gereicht und die Getränke gab es überraschenderweise gratis. Zur besseren Durchblutung des Verdauungstrakts setzten wir unseren Marsch anschließend fort, kamen allerdings wegen der Bruthitze nicht sonderlich weit und mussten folglich den nächsten Zwangsstopp einlegen. |
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Die vielen Straßencafés in Madrid luden zum Verweilen ein und während wir so vor uns hin verweilten schlichen Freddy und Nils um die Ecke. Ursprünglich hatten Matthias und ich noch den „Copa-del-Rey-Erstrundenkick“ zwischen Toledo gegen Granada auf dem Zettel, aber diesen Plan verwarfen wir aus irgendwelchen Gründen (die mir jetzt auch nicht mehr einfallen). Für die alternative Gestaltung des Abends sollte das Abschlusstraining der Mannschaft im Estadio Vicente Calderon als Entree und zum Hauptgericht „kühles Bier mit lecker Tapas“ gereicht werden. Die Vorspeise war langweilig, der Rest hingegen wesentlich interessanter, da die Gruppe mittlerweile zum Sextett angewachsen war und im weiteren Verlauf des Abends mächtig Gas gab (zumindest fünf, einer hinkte immer ein bisschen hinter her). Die schon am Montag angereisten Gebrüder B. taten eine ganz nette Pinte in der Nähe vom Sol auf, in der das Bierchen zwei Euro kostete und dazu noch köstliche Tapas gereicht wurden. Mit durchschnittlich 3,5 Atü auf dem Kessel ging es nächtens wieder zurück zum Hotel, wobei ich aufgrund meines überragenden Orientierungssinns die Führung übernahm. Einmal links, einmal rechts und dann nur die Straße hoch war die Route, aber irgendwie müssen die Madrilenos ganz hinterlistig die Straßen und Plätze versetzt haben, während wir dem Wirt unserer Taverne einen neuen Fabelrekordumsatz schenkten. Der kleine Umweg bescherte uns aber wenigstens neue Freundinnen (Nutten, die ihre Dienstleistungen äußerst aggressiv anboten) und zwei ganz spezielle Freunde. Der eine kam von links auf mich zu, fragte höflich nach Feuer, während der andere Kollege von rechts genau in dem Moment auf Matthias zukam, als ich meinen Kopf in die andere Richtung drehte. Drei Zehntelsekunden später lag die Missgeburt mit der Schnauze auf dem Asphalt. Weitere drei Zehntelsekunden später flog zeitgleich die Geldbörse von Matthias durch die Gegend und in bester „Bruce-Lee-Manier“ verscheuchte er den Taschendieb mit ungezielten Tritten. Getroffen hat er ihn nicht wirklich, trat ihm aber irgendwie auf den Schlappen, worauf der Kollege erneut mit seinem Scheitel den Bordstein fegte. Mit diesem frisch gewonnenen Adrenalin fanden wir unser Hotel, wo uns die summende Klimaanlage freudig erwartete. |
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Den nächsten Morgen ließen wir galant an uns vorbei passieren und setzten unsere wackeligen Beinchen erst weit nach Mittag auf die Straßen von Madrid. Wie der Zufall so wollte, liefen uns die Saufkumpane des gestrigen Abends in die Arme, die auch ein wenig angeschlagen aussahen und auf dem Weg zur Policía Municipal waren, um sich dort einen Wisch für die Beantragung vorläufiger Ausweispapiere zu besorgen. Sie durften kampflos die Kohle in der Nacht abgeben, da irgendein Langfinger ihr Hostel durchstöberte. Wir verstauten unsere Wertsachen noch ein bisschen sicherer und machten uns auf den Weg zum Atocha, dem Madrider Hauptbahnhof, der laut Reiseführer ein ganz Schöner mit tropischem Garten sein soll. Vorort konnten wir dies bestätigen und bevor es Richtung Stadion ging, klapperten wir noch ein paar andere Sehenswürdigkeiten ab, warfen noch ein spätes Mittagessen ein (welches trotz gleicher Lokalität nicht die Qualität von gestern erreichte) und machten uns dann auf zur Metro. Kaum eingestiegen, quetsche sich noch ein Trio äußerst unattraktiver Damen an uns vorbei und reflexartig ging meine Hand zum Aufbewahrungsort meiner Habseligkeiten. Dort klaffte ein dezentes Nichts und mit einem gezielten Griff an der Zopf einer der Senoritas konnte ich deren Aussteigen gerade noch verhindern. Cholerisches Schreien in Verbindung mit ein bisschen Schütteln beförderte mein Portemonnaie auf den Fußboden und mit einem gezielten Tritt in den Arsch die drei hässlichen Weiber aus dem Wagon. Ein Spanier entschuldigte sich gleich bei uns und meinte, dass waren bestimmt keine echten Spanierinnen, sondern bolivianische Emigrantenkinder. Mir scheißegal, Spanien ist Kacke, fertig! In 18 Stunden bin ich wieder weg und komme so schnell nicht wieder, zumindest nicht freiwillig. In der U-Bahn trafen wir noch die königsblauen Freunde (namentlich Stolle, Benny, Freddy und Nils) und gemeinsam schlängelten wir uns durch die rot-weiße Fanschar hin zum Gästeeingang. Dort versuchte noch ein ziemlich aufgeregter Fanbetreuer 50 (!!!) Tickets nachdrucken lassen, weil ebenso viele Originalbillets verlustig gingen. Die Einlasskontrollen waren noch harmlos, dafür drehten die spanischen Bullen schon ziemlich frei und warteten nur darauf ihre Knüppel schwingen zu dürfen. Pack! |
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Zu dem trostlosen Gekicke möchte ich kein Wort verlieren und ich weiß auch nicht wie mittelfristig die ganzen Baustellen innerhalb der Mannschaft geschlossen werden sollen. Die Stimmung in dem megageilen Stadion war mehr als ordentlich. Noch vor dem Anpfiff gab es eine Choreo der Frente Atletico und in der uns gegenüberliegenden Kurve präsentierte sich eine Düsseldorfer Gruppierung, die wohl den Spaniern einige Geschenke mitbrachten. Das einzig positive an diesem Ausflug war der 17-Euro-Rückflug nach Frankfurt (Hahn) am Donnerstagmittag. Tore: 1:0 (20. Min.) Aguero, 2:0 (50. Min.) Forlan, 3:0 (80. Min.) Luis Garcia, 4:0 (85. Min.) Maxi Rodriguez (FE) |
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Stadion: Fast fünf Jahre lagen zwischen dem Baubeginn und der Eröffnung des Estadio Vicente Calderón im Jahre 1966. Zunächst trug es den Namen des direkt neben dem Stadion verlaufenden Flusses Manzanares (Estadio del Manzanares) und wurde erst in den 70er Jahren zugunsten des ehemaligen Vereinspräsidenten Vicente Calderón umbenannt. Früher betrug die Zuschauerkapazität 62.000, nach dem Umbau zum All-Seater immerhin noch fast 55.000. Überdacht ist zwar nur die Haupttribüne, dessen ungeachtet wurde es in die Fünf-Sterne-Kategorie der UEFA aufgenommen. Die gesamte Anlage verfügt über zwei Ränge, die Sitze sind rot-weiß und zwei Ecken sind nicht zugebaut. Vermutlich liegt das an der unter der Haupttribüne verlaufenden Schnellstraße. Lange kann man dieses Stadion übrigens nicht mehr bewundern, der Vertrag für einen Neubau etwas außerhalb der Stadt ist bereits unterzeichnet. |
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Tageskilometer: 4.058 km von Berlin nach Madrid (davon 2.753 km Flug, 120 km KFZ, 1.065 Bahn, 120 km Bus) Saisonkilometer: 22.841 km: 8.103 km Flugzeug, 13.922 km Bahn, 596 km KFZ, 220 km Bus zum Vergleich 07/08: 63.094 km: (34.822 km Flugzeug, 15.407 km KFZ, 10.895 km Bahn, 1.157 km Bus, 490 km Schiff) |
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Grüße an alle, insbesondere Matthias |
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