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Regionalliga Ost, Saison 07/08, 02.05.2008

 

FAC Team für Wien – FC Waidhofen/Ybbs

1:0

Wien, FAC-Platz (600 Zuschauer)

 

 

Nach dem aufregenden U19-Kick in Trinec fuhren wir entlang der tschechisch-polnischen Grenze über die Grenze in die Slowakei, genauer Richtung Zilina um dort Geld zu wechseln und die benötigte Vignette zu kaufen. Da aber die Karre gut lief und ich schlief befanden wir uns urplötzlich ohne den grünen Aufkleber auf der Autobahn. Direkt an der nächsten Ausfahrt (Flughafen) verließen wir dann sicherheitshalber die gebührenpflichtige Straße um am Airport  einen der zahlreichen Geldautomaten um ein paar Kronen zu erleichtern. Eine kleine Straße, ein Tor, eine Miniabfertigungshalle mit exakt drei Angestellten (ein Wachmann, eine Check-In-Lady und eine Dame an der Kaffeebar) und ansonsten mit ohne nix und fertig ist der internationale Großflughafen. Unverrichteter Dinge ging es erstmal über die Landstraße weiter und als dann irgendwann die Hausaufgaben gemacht waren auf der gut ausgebauten Autobahn weiter Richtung Bratislava. Ursprünglich hatten wir vor in der slowakischen Hauptstadt zu übernachten um praktisch direkt aus dem Bett fallend den ersten Kick am Samstag zu absolvieren, aber nach kurzer Irrfahrt verwarfen wir dieses Vorhaben und suchten uns lieber was an der Donau in Österreich. In Hainburg wurden wir schnell fündig, legten kurz die Sachen ab und schon tuckerte der PS-schwache Ford-Motor Wien entgegen. Im Stadtteil Floridsdorf (21. Bezirk), wo einst Peter Pacult und der Schlagerbarde Andy Borg die Lichter der Welt erblickten, trennten sich unsere Wege. Maik fuhr mit dem Wagen weiter zur Hohen Warte, während ich mich standesgemäß mit dem Sportteil der Kronenzeitung bei einem Braunen (Kaffee) und einem Käsekrainer (Wurst) auf den neusten Stand brachte. Was mussten meine königsblauen Äuglein da lesen? Der SC Eisenstadt ist pleite! Gut, so aus dem Zusammenhang gerissen jetzt nicht die Oberneuigkeit, aber verbunden mit der Tatsache, dass die heute eigentlich bei First Vienna an der Hohen Warte antreten mussten, und wer noch mal dahin wollte? Dank modernster Kommunikationsmittel (Telefon) standen wir dann kurze Zeit später gemeinsam am Eingang des FAC-Platzes. Nach über 100 Jahren ist nun Schluss mit Fußball im Lindenstadion zu Eisenstadt und ein weiterer Traditionsverein geht über den Jordan. Ist schon traurig, wie bei unseren Nachbarn die Vereine reihenweise pleite gehen, seelenlos zusammenfusioniert werden, mit Sponsorennamen zugekleistert und dann auch noch wild die Lizenzen von A nach B (Pasching) verschoben werden. Der ASK Schwadorf beispielsweise (2. Liga, 1936 gegründet) spielt mittlerweile im Bundesstadion in Wien, wo eigentlich Drittligist Admira Wacker Mödling zu Hause ist. Die wiederum spielen seit der Rückrunde in Schwadorf und damit da überhaupt noch eine Sau hingeht, gibt es bis zum Saisonende freien Eintritt. Die Lizenz des SC Schwanenstadt (besser bekannt als SC ich-wette-zuhause) wurde auch nach Wien verramscht und die wollen nächste Saison auch in der Hauptstadt spielen. Vom Schwanenstadt-Manager war dieser Tage folgender Ausspruch zu dem Umzug zu lesen: „Wir haben Großes geschaffen, aber es wurde nicht angenommen!“ Ist so, als ob man ein Auto mit fünf Rädern entwickelt, dass nur rückwärts fahren kann – braucht keine Sau. Herrje, Zustände sind das – Gott sei Dank, geht’s am Samstag wieder zurück in die Fußballzivilisation Slowakei. Zurück zum heutigen Spiel und dem nächsten Patienten, denn der altehrwürdige Floridsdorfer Atlethiksport-Club (1904 gegründet, Meister 1918) fusionierte im letzten Sommer mit Polizeisportvereinigung Team für Wien zum FAC Team für Wien. Die Mannschaft kam vom PSV, das Stadion vom FAC und derzeit rangiert der Club auf dem 2. Platz hinter St. Pölten in der Regionalliga Ost, aus der einer (noch) direkt aufsteigt.

 
 
Spiel und Stimmung:
 

Ob 600 Zuschauer für die 3. Division eine ordentliche Hausnummer ist oder nicht, mag ich nicht zu beurteilen, ich habe mit weniger gerechnet. Das Spiel war zumindest ganz ordentlich und endete für die hochüberlegenden Hausherren ziemlich unglücklich, da sie das Spiel dominierten und sich in der Nachspielzeit den Ausgleich einfingen. Für einiges an Getöse sorgte ein kleiner Haufen (mit Trommel und einem Megaphonmann) auf der Haupttribüne, der  hervorragend zu der Gesamtausstrahlung des Fusionsvereins passte. Trotz aller dieser ganzen negativen Begleiterscheinungen, konnte das sonstige Drumherum begeistern. Wien ist an sich schon eine geile Stadt (und das aus meinem Munde), die Versorgungslage an Speis und Trank war gut bis genial und die Wiener Schmäh Rufe in Richtung Spielfeld (exemplarisch: „Du bist der dümmste Mitteleuropäer, Du!“) war streckenweise unterhaltsamer als Kick.

Tore: 0:1 (40. Min.) Holzer, 1:1 (71. Min.) Akaslan 2:1 (77. Min.) Akaslan, 2:2 (90.+2. Min.) Dos Santos II

 

 
Stadion:
 

Der Floridsdorfer AC spielt seit 1966 auf dem FAC-Platz, der früher einmal Leopold-Stroh-Anlage hieß. Erbaut wurde das Stadion allerdings vom Sportklub Admira (später ein Teil von Admira/Wacker) und als diese von ihrem Sponsor in den Wiener Süden delegiert wurde, übernahm der FAC den Platz in der Hopfengasse. Er verfügt über eine recht neue überdachte Haupttribüne und einige Stufen auf der Gegengerade. Ansonsten kann man herrlich auf den Grassällen liegen oder stehen. Die vier Flutlichtmasten sorgen bei Abendspielen für ausreichend Beleuchtung.

 
 
 
 
 
Fortsetzung
 

Tageskilometer:                 380 km mit dem KFZ von Trinec nach Wien

Saisonkilometer:          56.961 km: (34.822 km Flugzeug, 10.799 km KFZ, 9.683 km Bahn, 1.157 km Bus, 490 km Schiff)

zum Vergleich 06/07: 44.890 km (21.098 km KFZ, 15.117 km Bahn, 7.284 km Flugzeug)

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