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Serie B, Saison 07/08, 08.03.08

 

 

Ascoli Calcio 1898 - Pisa Calcio

1:0

Ascoli Piceno, Stadio Comunale Cino e Lilo Del Duca (6.405 Zuschauer)

 

Am Freitagmorgen hieß es von Sizilien Abschied nehmen und Rom entgegen zu brettern. Für die Überfahrt von Messina zum Festland stehen zwei Anbieter zur Verfügung: Caronte und die Fähren von Trenitalia, wobei Letztere ein wenig günstiger ist, dafür aber aufgrund des Zugtransportes für das An- und Ablegen ein wenig länger braucht. Besagte Linie nahmen wir erstmalig und auch eher zufällig, hatten dabei noch viel Glück und kamen wieder in den Genuss dessen, was das Leben in Italien so lebenswert macht. Die Türen des Gebäudes mit der Aufschrift „Biglietteria“ waren verschlossen und die beiden (!) Rampeneinweiser verwiesen auf den Kollegen, der auf Deck die exakt vier PKW’s hin- und herdirigierte (die Fläche war größer als ein Fußballfeld und trotzdem standen die Karren kreuz und quer) und der wiederum wusste von nix und versuchte mittels zwei Finger im Mund seine Kollegen von unten zu kontaktieren. Beim Versuch sollte es bleiben, denn der Zug war im Bauch verstaut und alle wollten los. Das Ende vom Lied war ein „Buon viaggio“.

Ein Problem konnte in den letzten Tagen nicht gelöst werden, nämlich dass des nicht vorhandenen Billet für die nicht unbrisante Partie zwischen Napoli und Roma. Der eigentlich ganz gut ausgetüftelte Plan, die Sippschaft in Rom am Flughafen abzusetzen, dann das kurze Stück zurück nach  Frosinone (am Samstag gegen Ravenna) und Napoli zu fahren, musste letztlich über Bord geworfen werden. Das Risiko, in Napoli für das längst ausverkaufte Spiel noch ein Ticket (auch mit Trick 17) zu ergattern, erschien mir zu hoch. Frosinone ging dabei gleich mit baden und aus dem bunten Strauß der Serie-B-Partien wurde Ascoli gegen Pisa gezogen. Am Samstagmorgen und wieder solo unterwegs hieß es dann auf in die Marken, nach meinem dafür halten eine der schönsten Regionen in Italien. Von Fiumicino bis zum Zielort – also von Küste zu Küste (ca. 240 km) – muss man über das Apenningebirge und das Bergmassiv Gran Sasso, wo 1943 eine deutsche SS-Einheit Mussolini befreite. Obwohl Autobahnfahrten gemeinhin so interessant sind wie beim Angeln zuzugucken, bot dieser Weg optische Reize ohne Ende. Bei sonnigen 20 Grad in Rom gestartet, fiel das Thermometer ungefähr nach der Hälfte der Strecke auf unter Null und verschneite Bergdörfer säumten den Weg. Danach ging es wieder bergab und in Ascoli brachte einen die Sonne wieder zum Schwitzen. In Ascoli Piceno liegt das Stadion etwa nordöstlich der Innenstadt (direkt an der SP 235) und wurde daher auch direkt angesteuert. Der Parkplatz direkt vor dem Stadio Cino e Lillo Del Duca war glücklicherweise noch nicht abgesperrt und jungfräulich obendrein, so dass viereinhalb Stunden vor dem Anpfiff dem KFZ eine sicheres Plätzchen angeboten werden konnte. Per Pedes ging es dann erst mal Richtung City um zum einen der wirklich schönen Innenstadt seine Aufwartung zu machen und zum anderen in einer Bar das Ticket zu kaufen (am Stadion selber gab es erst keinen Verkaufsstand). Da die Bar wahrhaftig auf dem Weg lag (auf das LIS-TICKET-Zeichen achten) konnte gegen Vorlage des Personalausweises ein Ticket erstanden werden, wobei sich die Dame am Terminal ein wenig dusselig anstellte, meinen Wunsch nicht richtig verstand und mir ständig eine Kurvenkarte anbot. Nerven- und Geldbeutelschonend habe ich mich dann ihrem Willen gebeugt und dafür 14 Euro hingeblättert. Danach ging es weiter in die Altstadt, die schlichtweg der Oberhammer ist und – wenn ich den Typ richtig verstanden habe – man dort kostenlos Fahrräder leihen kann, wobei für mich diese Variante aufgrund des engen Zeitpolsters nicht in Frage kam. Zurück am Stadion ging es dann direkt zum Einlass, wo erst das Billet mit dem Perso abgeglichen und danach die Tasche gefilzt wurde.

 

 
Spiel und Stimmung:
 

Der Aufsteiger aus Pisa hatte vor der Partie nur zwei Punkte Rückstand auf einen der beiden direkten Aufstiegsplätze und wartet in dieser Saison mit dem  zweithöchsten Zuschauerschnitt in der Serie B auf. Ich tippe mal 800 Tifosi begleiteten ihr Team und nahmen den Oberrang des Gästeblocks in Beschlag. Der Support war während der gesamten Spielzeit durchgängig und melodiös, wenn auch nicht sonderlich laut. Der Heimblock auf der Gegenseite trat fast geschlossen in schwarz auf, verhöhnte mit seinen Gesängen Che, propagierte die „Freundschaft“ von Pisa zu Livorno und machte mit einigen weiteren Aktionen klar, welch Geistes Kind der Mob ist. Das Spiel wusste hingegen nur bedingt zu unterhalten, denn Pisa spielte viel zu verhalten und Ascoli nutze die Torchancen nicht. Der letzte Angriff in der Nachspielzeit brachte dann doch noch den Treffer des Tages, welcher einen unglaublichen Jubel in der Kurve auslöste.

Tor: 1:0 (90+2. Min.) Soncin

 
 
 
 
 
Stadion:
 

Das Stadio Cino e Lillo del Duca ist eigentlich ein ganz netter und übersichtlicher Ground. Die ovale Schüssel verfügt über vier freistehende Tribünen, von denen nur die Haupttribüne überdacht ist. Wer auf den billigeren Plätzen Schatten oder Schutz vor Regen sucht, der muss in die Unterränge ausweichen, wo der Blick auf das Spielgeschehen hingegen arg getrübt wird. Das Fassungsmögen liegt bei ca. 20.000 Zuschauern.

 
 
 
 

Tageskilometer:                  910 km mit dem KFZ von Reggio Calabria nach Ascoli

Saisonkilometer:          46.042 km: (29.407 km Flugzeug, 7.060 km KFZ, 7.928 km Bahn, 1.157 km Bus, 490 km Schiff)

zum Vergleich 06/07: 44.890 km (21.098 km KFZ, 15.117 km Bahn, 7.284 km Flugzeug)

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