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Serie D - Girone I, Saison 07/08, 24.02.08

 

 

Acicatena Calcio 1973 – A. C. Paterno Calcio

0:2

Acicatena, Stadio Polivalente (1.000 Zuschauer)

 

Zwischen dem Abpfiff in Avellino und der Abfahrt der vorgebuchten Fähre von Neapel nach Palermo lagen gute zwei Stunden. Während die Abfahrt in Avellino problemlos klappte, ging in Neapel fast alles schief. Auf dem Autobahnzubringer hielt sich das Chaos noch in Grenzen, aber in der Stadt am Golfo di Napoli ging dann aufgrund der beschissenen Ausschilderung, eines groß anlegten Polizeieinsatzes (sah wie ein Blutbad und/oder eine Straßenbahnentführung aus) und den hoffnungslos verstopften Straßen gar nix mehr. Mehrere Verkehrsmissachtungen später rollte der auf wundersameweise noch unversehrte PKW durch die Einfahrt des neapolitanischen Hafens und ein Einweiser tat auch gleich seinen Job, aber nicht richtig, denn trotz meiner eindeutigen Ansage „SNAV – Palermo“ schickte mich der Kollege ans andere Ende zum völlig falschen Kahn. Den Göttern sei gedankt, dass mich ein anderer Kreuzfahrtteilnehmer nach der richtigen bzw. falschen Fähre fragte und so in einer rasch gebildeten Interessensgemeinschaft feststellte, dass hier wohl einige Autos falsch anstanden. Einer kannte sogar den Weg zum richtigen Kahn und schwups die wupps steckten wir alle zwischen irgendwelchen Sattelschleppern fest. Das Martyrium fand trotz der vorgerückten Stunde (die Uhr zeigte 19:50 Uhr) noch kein Ende, denn meine als Email getarnte Einschiffungsbestätigung wurde nicht vom Oberhafenkontrolleur akzeptiert und so war noch ein kleiner Zwischensprint zum Schalter der Reederei von Nöten. Als letztes Auto und dazu noch im Rückwärtsgang ging es dann endlich die gefühlten drei Kilometer Rampe hoch und dort erwartete mich ein schlampig winkendes Männchen, der für seinen „Service“ einen „Tipp“ haben wollte. „Erst mal richtig Einweisen lernen!“ lautete mein gutgemeinter, aber wohl nicht verstandener Ratschlag. Klappe zu, Leinen los und Ahoi Capitano! Die Gründe für die Fährbuchung ist der Urlaubsplanung meiner Mitbewohner geschuldet, die diese Routenführung nicht so dolle fanden und für die Strecke Berlin – Palermo lieber den Billigflieger nutzten. Von Neapel bzw. Avellino sind es noch mal ca. 750 km plus 26 Euro für die Kurzfähre vom Festland nach Sizilien und demgegenüber standen die 90 Euro für die Überführung des KFZs inklusive einer Einzelkabine für die Nacht. Diese wurde auch alsbald bezogen und nach oberflächlicher Erkundung des Promenadendecks dem Körper der notwendige Schlaf verordnet.

 

Um sechs Uhr war allgemeines Wecken angesagt und nach einer Runde Wasserverschwenden hatte ich eine Stunde später wieder Land unter den Füßen. Nach einer erträglichen Wartezeit konnte schließlich die bessere Hälfte plus Nachwuchs eingesammelt und der schon länger geplante Urlaub auf Sizilien angegangen werden. Damit das Fußballgucken nicht zu kurz kommen sollte, wurde der Zeitraum rund um die reizvolle Partie Reggina – Palermo gewählt. Damit ging mir zwar das Rückspiel der Blauen in Porto durch die Lappen, aber wer konnte ernstlich mit einem Weiterkommen in der Königsklasse rechnen. Naja, man kann halt nicht alles haben! Auf jeden Fall stand für heute die C2C-Partie von Gela gegen Noicattaro auf dem Programm, aber da die lokale Tageszeitung das (vermeintliche) Derby zwischen Acicatena und Paterno (die Örtchen liegen gerade mal 30 km auseinander) offerierte, wurde nach der guten Erfahrung aus 2006 dieser Kick dem in Gela vorgezogen. Acicatena (bzw. Aci Catena) liegt direkt neben dem etwas bekannteren Städtchen Acireale (der Fußballverein spielte einige Jahre in Serie B, C1 und C2). Nach Aci Catena zu kommen war leicht, das hiesige Stadion zu finden allerdings nicht. So bedurfte es wieder eines einheimischen Automobilbesitzers der mir den Weg mittels einfachen Vorausfahrens wies. Herzensgute Menschen, die Sizilianer.

 
Spiel und Stimmung:
 

5 Euro kostete der Eintritt und danach durfte man sich auf eine der zahlreichen Stufen niederlassen. Da das Stadion nur über eine einzige Tribüne verfügt, sind die beiden Fangruppen nebeneinander untergebracht. Eine recht stabile Plexiglaswand und zahlreiche Polizisten sorgten dabei für die Sicherheit der rund 1.000 Zuschauer. Paterno war mit ca. 300 Leuten angereist, die mehrheitlich mittleren Alters waren, dabei aber das Singen nicht vergaßen. Auf der anderen Seite gab es ein paar Ultras die vornehmlich in der ersten Halbzeit versuchten für Atmosphäre zu sorgen. In der zweiten Halbzeit richtete sich das Hauptinteresse dann eher auf die Radioreportagen zur Serie A und den eigenen Wettscheinen. Das Spiel wurde intensiv geführt, denn es lag immer einer halbsterbend auf dem Rasen oder ein Anderer attackierte die zugegeben nicht gerade attraktive Linienrichterin verbal. Tore fielen auch und zwar alle beide für den Gast aus Paterno (Vorletzter). Die Veranstaltung war so schlecht nicht, aber man hätte doch lieber nach Gela fahren sollen.

Tore: 0:1 (3. Min.) Dama, 0:2 (78. Min.) Costanzo

 
 
 
 
 
Stadion:
 

Irgendwie wirkte das „Stadio Polivalente“ halbfertig, denn es gibt zu Recht nur eine einzige Tribüne, da es auf der anderen Längsseite steil bergab geht. Der einzige Zuschauerbereich ist daher sehr großzügig angelegt und nach Vereinsangaben passen dort 3.850 Zuschauer drauf. Oberhalb dieser Tribüne stehen Betonsockel aus denen noch Stahlträger rausgucken, was vermuten lässt, dass hier noch eine Überdachung geplant ist bzw. war. Höhepunkt der Anlage ist aber der grandiose Blick: Vorne das Meer, im Rücken der schneebedeckte Ätna.

 
 
 

Tageskilometer:             320 km mit dem KFZ von Avellino nach Neapel & Palermo - Acicatena, 480 km per Schiff Neapel - Palermo

Saisonkilometer:          44.962 km: (29.407 km Flugzeug, 6.010 km KFZ, 7.908 km Bahn, 1.157 km Bus, 480 km Schiff)

zum Vergleich 06/07: 44.890 km (21.098 km KFZ, 15.117 km Bahn, 7.284 km Flugzeug)

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