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Gelsenkirchen, Arena (61.482 Zuschauer, ausverkauft) |
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…=> Wenn man die Autobahn meidet, braucht man vom Sportpark Wanne-Süd bis zur Halle der Glückseeligkeit im Norden von Gelsenkirchen gerade einmal 15 Minuten. Punkt 16:30 Uhr konnte ich deshalb die Chipkarte vor den Kartenleser halten und schon war ich einer der offiziell 61.482 Zuschauer. Das Derby (obwohl es aufgrund der fehlenden Todesopfer in den letzen Jahren gemeinhin bei Ausstehenden nicht mehr als solches gesehen wird) bot natürlich wieder einmal mächtig Zündstoff im Vorfeld. Da wäre zum einem das Choreoverbot seitens des Heimvereins mit der fadenscheinigen Begründung, dass man die Atmosphäre nicht noch zusätzlich anheizen wollte (unglaublich!), dann der Aufruf der anderen Fanszene das schöne Gelsenkirchen in Schutt und Asche legen zu wollen und natürlich der Bannerklau. Um es vorweg zu nehmen, dieser hässliche Stofffetzen tauchte auch an diesem Abend (weder vollständig noch in handlichen 60 Teilen) nicht auf und spätestens jetzt dürfte auch der dümmste Bauer wissen, wo sich das Teil befindet. Ergo musste man sich auf das Sportliche beschränken im Wissen, dass es für den vermeintlich Schwächeren derbyüblich ist, mit einem Wurf = Sieg eine verkorkste Halbserie vergessen machen zu können. Nein, ich rede nicht von den Blauen (obwohl das Theater auch seit Beginn der Saison wieder einmal recht groß war), sondern von den Gelb-Weißen. Deren Anhang war heute natürlich auch wieder zugegen, obwohl es Gerüchte gab, dass zwei große Organisationen der Blinden einen Boykott veranstalten wollten. Präsentiert haben sie neben zehn Wunderkerzen noch ein kleines Banner mit der Aufschrift „You can run – but you can’t hide!“ Da stellt sich dem neutralen Betrachter natürlich die Frage, seit wann die schreiben können und dann sogar noch in ausländisch (oder gar aus einem Film geklaut?). Versteckt haben sich nach einer ganz passablen Anfangsphase dann aber deren Spieler und gerannt sind nur noch die Blauen. |
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Spiel & Stimmung: |
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Im 128. Aufeinandertreffen dieser Art spielten die Königsblauen von der 10. bis zur 60. Minuten überirdisch guten Fußball. Kein dreimal hinten rum und dann quer, sondern Powerfußball von rechts, links und von der Mitte. Das 1:0 resultierte zwar aus einem Torwartfehler, aber die Chuzpe aus 38 Metern das linke untere Eck ins Visier zu nehmen haben auch nicht viele. Christian Pander hatte sie und war nicht nur deshalb bester Mann auf dem Platz. Das 2:0 köpfte Sorgenstürmer Kuranyi und auch hier musste man von einem Totalausfall der gelben-weißen Innenverteidigung sprechen. Die anderen Gästespieler spielten dabei gar nicht mal schlecht, waren aber auf jeder Position individuell schlechter besetzt. Spätestens nach dem 3:0 kurz nach der Pause (herrlicher Pass von Kuranyi auf Lövenkrands) war das Spiel gelaufen und die Stimmung kam schon fast an die Marke „genial“ heran. „Keine Fahne – keine Punkte – BxB“ skandierte das zufriedene Volk. Ein wenig zum Unwillen der Zuschauer zogen sich die Hausherren ob der verdienten Führung zurück, die Anderen vermochten mit dem dadurch geschaffenen Raum herzlich wenig anfangen. Selbst der Sonntagsschuss von Frei ließ beim total frustrierten Gästeanhang keine Freude mehr aufkommen. Die wenigen, wenn auch ganz guten Chancen, vereitelte Jungspund Neuer. In die Derby-Geschichte wird dieses Spiel wohl nicht eingehen, aber es machte Spaß dem Treiben auf dem Rasen seine Aufmerksamkeit zu schenken. Gönnerhaft kann ich mir daher Hohn und Spott für das Rückspiel am 33. Spieltag aufheben. Tore: 1:0 (14. Min.) Pander, 2:0 (25. Min.) Kuranyi, 3:0 (47. Min.) Lövenkrands, 3:1 (82. Min.) Frei. |
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Vereine: |
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Im Mai 1904 (ob es wirklich der 4. Mai war, ist historisch nicht belegt) wurde der SC Westfalia 04 Schalke gegründet. Im Jahre 1912 schloss sich kurzeitig (bis 1913) die Fußballabteilung dem TV 1877 Schalke an. 1919 erfolgte die Fusion des TV 1877 Schalke zum TuS 1877 Schalke an. Ab 1924 nannte sich die Fußballabteilung FC Schalke 04. Insgesamt sieben Mal Deutscher Meister (1934, 1935, 1937, 1939, 1940, 1942 und 1958), viermal Pokalsieger (1937, 1972, 2001 und 2002) und einmal UEFA-Cup Sieger (1997). Die ganze Geschichte ist hier zu finden. Die Borussia aus Dortmund wurde am 19.12.1909 aus der Fußballabteilung der Jünglingssolität der Dreifaltigkeitsgemeinde Dortmund gegründet. Im Jahre 1945 offiziell aufgelöst und im gleichen Jahr als BV Borussia Dortmund wieder gegründet. Gründungmitglied der Bundesliga und bis auf die Zeit von 1972 bis 1976 immer in der Bundesliga. Sechs Mal Deutscher Meister, zweimal Pokalsieger, 1966 als erster deutscher Verein Gewinn eines Europapokals (der Pokalsieger, 2:1 gegen Liverpool in Glasgow) und 1997 Europapokalsieger der Landesmeister (und Weltpokalsieger). |
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Stadion: |
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Die Arena AufSchalke wurde offiziell im Sommer 2001 fertig gestellt und löste damit das Gelsenkirchener Parkstadion als Heimstätte des FC Schalke 04 ab. Das Parkstadion befindet sich neben der Arena und fasste 72.000 Zuschauer (aber nur 22.000 überdachte Sitzplätze). Dort finden fast 61.000 Zuschauer Platz (davon 16.500 Stehplätze). Für internationale Spiele wird durch die Umwandlung der Stehplätze in Sitzplätze die Kapazität auf ca. 52.000 Plätze abgesenkt. Die Arena ist multifunktional und hat über 180 Millionen Euro gekostet. Das Stadion / die Halle hat eine fast quadratische Form mit abgeschrägten Ecken. Das Dach sieht aus wie eine Muschel. Die Plätze werden über mindestens 12 (mehr habe ich noch nicht gezählt) Aufgänge eingenommen. Auffällig in der Arena ist der riesige Videowürfel unter der Decke auf dem die Vorberichterstattung läuft, Spielstände eingeblendet werden und alle 15 Minuten zum Kauf eines Milchspeiseeises aufgefordert wird. Positiv zu bewerten ist sicherlich die einmalige Atmosphäre bedingt durch die Nähe zum Spielfeld und die ungehinderte Sicht auf das Spielfeld. Gegen eine solche Arena spricht, dass es sich um kein reines Fußballstadion handelt und bei schlechtem Wetter eigentlich Hallenfussball geboten wird, denn das – wenn auch lichtdurchlässige – Dach wird bei schlechtem Wetter geschlossen. Der Vorteil der sehr guten „Bier- und Bratwurst“ – Infrastruktur steht der Nachteil gegenüber, dass dort alles mit einer Bezahlkarte (Knappenkarte – clever in Amsterdam abgeschaut) bezahlt wird. So muss man mindestens 5 Euro auf die Karte laden um ein Bier für 2,80 Euro zu bezahlen. Für die Heimfans sicherlich kein Problem, aber nicht gerade gästefreundlich für die Anderen. |
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Tageskilometer: 515 km mit der Bahn von Gelsenkirchen nach Berlin Saisonkilometer: 17.954 km (15.071 km KFZ und 2.883 km mit der Bahn) zum Vergleich 05/06: 46.387 km (10.984 km Flugzeug, 24.473 Km Bahn, 11.183 km KFZ, 288 km Schiff, 690 km Bus) |
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Gruß und Dank an Jens und Zumsel für die gelungene Tour |