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Endlich Urlaub – Endlich Bella Italia! Diesmal ohne große Planung, dafür mit den beiden Damen. Nicht, dass ich nix organisiert hätte, aber die Spiele die ich unbedingt sehen wollte, sah ich dann doch nicht und im Süden, bin ich nicht einen Schritt weiter gekommen. Aber dazu noch in den folgenden Berichten mehr. Das erste Spiel sollte gemäß Wegstrecke (Berlin – Palermo 2.400 km) im Norden sein und da die Serie A nicht sonderlich viel hergab, musste es obendrein eins der zweiten Liga sein. Vicenza – Napoli (letztlich das einzige Spiel auf meinen Planungszettelchen, das ich dann wirklich besucht habe – der Rest waren relativ spontane Entscheidungen) war dabei die erste Wahl und wurde zudem noch auf den Freitagabend terminiert. Das passte wie königsblaue Faust aufs schwarz-gelbe Auge und so buchten wir uns erstmal drei Nächte in einer der reichsten Städte Italiens ein, die zwischen Verona und Venedig liegt. Die Herberge lag zehn Minuten Fußmarsch vom Stadion und vom Bahnhof entfernt (muss man sich als Dreieck vorstellen, nicht dass nachher Beschwerden von Nachahmer kommen, sie hätten die Spielstätte nicht im Bahnhof gefunden). In Vicenza nachmittags angekommen wurde erstmal Sightseeing light betrieben und später stand für mich Sport gucken auf dem Programm und für die Damen lokale Köstlichkeiten auf der Speisekarte. Nachdem das reservierte Ticket problemlos empfangen wurde, habe ich mich erst mal auf Plätzchensuche begeben und entschied mich für eine rote Bestuhlung auf der Haupttribüne direkt neben dem Gästeblock. Eine gute Wahl, wie sich später noch rausstellen sollte. Die große Frage war natürlich, wie viele Neapolitaner den Weg aus dem „armen“ Süden (ca. 700 km) in den „reichen“ Norden gefunden haben – 300, 500 oder gar 1.000? Mitnichten – mindestens 2.500 Menschen füllten den Gästeblock. |
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Spiel & Stimmung: |
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Schon eine halbe Stunde vor dem Anpfiff waren die beiden Hintertorblöcke gut gefüllt und als 30 Minuten später die Protagonisten das Spielfeld betraten, wurde auf beiden Seiten gut gezündelt, so dass man nicht nur akustisch, sondern auch optisch voll auf seine Kosten kam. Nicht, dass die Kurve von Vicenza schlecht war, aber eindeutig besser waren die Jungs im Gästeblock. Ständig angetrieben von mindestens drei Einpeitschern wurde gerade in der ersten Halbzeit Gas gegeben was das Zeug hielt. Wenige Minuten nach dem Anpfiff kam es plötzlich zu Tumulten auf der Seite der Gegengeraden, die an den Pufferblock angrenzte. Wilde Rennereien, ein paar Typen flogen durch die Gegend und man fragte sich, wer da wen beharkte. Kurz darauf stieg eine Handvoll Neapolitaner über den Zaun (zurück?) in den Gästeblock. Der Rückzug wurde gedeckt von einer Salve Leuchtstoff, die zielgenau in die Meute auf der Gegengeraden gefeuert wurde. Der Schiedsrichter unterbrach darauf hin kurz die Partie, damit sich auch die Spieler an diesem Schauspiel laben konnten. Nach dieser Zwangspause war erst mal Ruhe, der Beschuss ging aber weiter und später warfen die Vicenza -Anhänger das Zeug einfach wieder zurück. Mal wieder so ein Spiel, für das es sich lohnt nach Italien zu fahren (letztlich lohnt sich eigentlich fast jedes Spiel). Laute, lange und melodische Gesänge und dazu noch was fürs Auge! Hinsetzen, anschallen und genießen! Theoretisch, aber jetzt mal ganz theoretisch geschrieben, brauchen die eigentlich gar nicht mehr Fußball zu spielen – Unterhaltung auch so satt. Vor den Ball getreten haben sie dann aber doch und dabei wesentlich besser und mit einer verdienten Pausenführung für die Gäste. Nach dem Wechsel wurde dann die Devise „Ergebnis halten“ ausgegeben und diese baute die Hausherren auf. Kurz vor Schluss fiel dann der unnötige, aber verdiente Ausgleich. Die Haupttribüne völlig am ausflippen, nachdem die 89 Minuten nur am meckern war. Ein Typ erzählte mir nach dem Spiel, dass sich Vicenza und Napoli gar nicht leiden können (aber im Norden kann eh keiner einen leiden, der südlich von Rom kommt), weil Vicenza vor zehn Jahren das Pokalendspiel gegen Napoli gewonnen hatte. Auf meine Frage ob es noch das „Verhältnis“ zu Verona noch gibt. „Verona Merda“ war seine Antwort. Tore: 0:1 (43. Min.) Calaio, 1:1 (89. Min.) Cavalli. Fazit: Erste Halbzeit Spiel und Support klasse, zweite Hälfte leicht abfallende Tendenz. |
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Vereine: |
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Im Jahre 1902 wurde der AC Vicenza gegründet und fusionierte, nachdem er kurzzeitig auch mal AFC hieß, 1953 mit Lanerrossi Schio (Lanerrossi war das größte Textilunternehmen Italiens und Schio liegt nördlich von Vicenza) zu Lanerrossi AC Vicenza, später SS Lanerrossi Schio AFC Vicenza. 1990 entfernte man dann den Fusionspartner wieder aus dem Vereinsnamen und seitdem heißt der Verein offiziell Vicenza Calcio 1902. Von 1955 bis 1975 spielte der Klub durchgehend in der Serie A, danach pendelte er zwischen der ersten und zweiten Liga. Der letzte Abstieg datiert aus dem Jahre 1999. Der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte ereignete sich am 29. Mai 1997 als der SSC Neapel im Pokalfinale bezwungen wurde. Gegründet wurde der Naples Football and Criket Club von englischen Hafenarbeitern im Jahre 1904. Schon ein Jahr später nannten diese den Verein in Napels FC Napoli um und 1922 fusionierte man mit „Internationale Napoli“ zum „Internapels FC Napoli“ (ab 1926 AC Napoli). Erst im Jahre 1968 bekam der Verein seinen noch heute bzw. heute wieder gültigen Namen: SSC Napoli. Trotz zweier Pokalsiege (1962 und 1976) war der Klub nicht sonderlich erfolgreich. Dies änderte sich erst, als Diego Maradona für die damalige Rekordsumme von 24 Millionen Mark verpflichtet wurde. Meister und Pokalsieger 1987, UEFA-Pokalgewinner 1989 und noch mal Meister 1990. 1991 wurde Maradona wegen Dopings 15 Monate lang gesperrt und drei Jahre später stand der Klub kurz vor der Pleite. Diese konnte noch abgewendet werden, aber 2004 erhielt der Verein dann endgültig keine Lizenz mehr. Er wurde als Napoli Soccer neu gegründet und startete zunächst in der dritten Liga. Im Mai 2006 erwarb der Verein seine alten Namensrechte zurück und stieg dann auch noch in die Serie B auf. |
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Stadion: |
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Das „Stadio Comunale Romeo Menti“ ist nach einem Fußballspieler der 40er Jahre benannt. Romeo Menti kam in Vicenza zur Welt und spielte auch für seinen Heimatverein. Später wechselte er zum AC Turin und kam mit 17 seiner Mannschaftskameraden beim Flugzeugabsturz von Superga ums Leben. Erbaut wurde die Spielstätte in den 30er Jahren und zwischen 1980 und 1990 mehrfach umgebaut. Heute fasst das Stadion mehr als 20.000 Zuschauer. Überdacht ist dabei nur die Haupttribüne und trotz der etwas langweiligen Betonbauweise besticht der Wettkampfplatz durch seine Schlichtheit. |
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Tageskilometer: 1.050 km von Berlin nach Vicenza mit dem KFZ Saisonkilometer: 10.331 km (7.937 km KFZ und 2.044 km mit der Bahn) zum Vergleich 05/06: 46.387 km (10.984 km Flugzeug, 24.473 Km Bahn, 11.183 km KFZ, 288 km Schiff, 690 km Bus) |
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