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                 Verbandsliga Berlin, Saison 06/07, 27.08.2006                               

 

   0:2    

 

Berliner FC Viktoria 89 - SV Tasmania-Gropiusstadt 73

 

Berlin, Friedrich-Ebert-Stadion (81 Zuschauern)

 

 

Einer der ältesten deutschen Fußballvereine ist der Berliner FC Viktoria 89, der sich rühmt  (wenn auch nicht ganz unumstritten) der erste deutsche Fußballmeister zu sein. 1894 richtete der Deutsche Fußball- und Cricketbund (Vorläufer des DFB) ein Finale um die deutsche Meisterschaft aus. Gegner war Hanau 93 und der Endspielort war Berlin. Die Hessen reisten aber aus finanziellen Gründen nicht an und so schanzte der Verband Viktoria den Titel zu. Zu verdanken habe ich diesen Stadionbesuch übrigens Allach Boy und Allach Girl, die der Hauptstadt einen kurzen Zwischenbesuch abstatteten. Löblicherweise entschieden die beiden sich für diese Partie und nicht für eine andere, denn da wäre die Motivation gleich null gewesen. Aber so konnte man einen weiteren Schritt zur Komplettierung der Verbandsliga Berlin tun. An den „Stadiontoren“ (Schreibtisch plus Kasse plus Dame) war ein Preis von sechs Euro aufgerufen. Als Gegenleistung hätte man dafür kein Programm und ein Ticket aus der Vorsaison bekommen. Kein Wunder, dass bei diesem Schnäppchenangebot natürlich wieder viel mehr als die offiziell zahlenden 81 Zuschauer im Stadion waren.

 

Spiel:

 

Die drei roten Karten machten aus dem vor allen Dingen in der ersten Halbzeit lausigen Kick ein noch ganz unterhaltsames Spielchen. Ab der 30. Spielminute spielten die Gäste in Unterzahl, ohne dass man davon aber irgendwas merkte. Kurz nach der Pause gingen dann noch mal zwei Spieler (gereicht verteilt) vom Feld und wer jetzt richtig mitgezählt hat wird zu der Erkenntnis kommen, dass es bei der Unterzahl für Tasmania blieb. Diese spielten nun voll auf Sieg und dadurch hatte Viktoria Platz zum Kontern und vergab gleich reihenweise beste Einschussmöglichkeiten. Zehn Minuten vor dem Ende gelang Tasmania das erste Tor des Tages und gleicher Spieler erhöhte durch eine super Einzelleistung zum Endstand. Mann des Tages war aber der Gästetrainer, der für ordentliche Unterhaltung sorgte und zwar auf Kosten des etwas korpulenten Mittelfeldspielers von Viktoria. „Komm Junge, den packst Du, der hat soviel Übergewicht wie Du wiegst!“ oder „Schiri, Du musst nicht immer pfeifen, wenn der fällt, das ist reine Schwerkraft!“.

Tore: 0:1 (80. Min.) Wend, 0:2 (85. Min.) Wend

 

 

Stimmung:

 

Fehlanzeige

 

Vereine:

 

Der Berliner FC Viktoria 89 wurde am 6. Juni 1889 unter dem Namen Berliner Thorball- und Fußballclub Viktoria von 1889 gegründet und erst im August 1933 in FC (ab 1938 BFC) Viktoria 89 umbenannt. (Thorball ist übrigens die etwas altbackene Bezeichnung für Cricket, welches heute noch sehr erfolgreich von Viktoria 89 gespielt wird). Zwischen 1907 und 1911 standen die Mannen aus Berlin-Tempelhof viermal im Finale um die Deutsche Meisterschaft, welche sie in den Jahren 1908 (gegen die Stuttgarter Kickers 3:0 in Berlin) und 1911 (3:1 gegen den VfB Leipzig im Dresden) auch gewannen.

Der Vorgänger der heutigen Tasmania (73 Neukölln) wurde 1900 als Rixdorfer FC Tasmania (nach der Insel) gegründet. Ab 1912 als Neuköllner SC Tasmania bis zur Auflösung 1945. 1949 Neugründung als SC Tasmania Berlin. Bekannt sicherlich als schlechtestes Team der Fußball-Bundesliga in der Saison 65/66. 1973 Konkurs und Übertritt zum SV Tasmania 1973 Neukölln.

 
 

Stadion:

 

Das 1936 errichtete Friedrich-Ebert-Stadion bietet zumindest auf einer Seite einen recht großzügigen, dafür aber auch recht einfallslosen, Ausbau. Fünf sehr breite Betonstufen befinden sich über die gesamte Länge des Spielfeldes und in deren Mitte gibt es zusätzlich ca. 100 Schalensitze und eine kleine Überdachung. Der Rest des Stadions besteht aus sehr hohen Grasswällen und gerade auf der anderen Längsseite laden einige Parkbänke zum beschaulichen Fußballgucken ein. Eine Laufbahn umsäumt das Spielfeld, stört beim Zugucken aber auch nicht sonderlich. Früher sollen hier mal 15.000 Zuschauer rein gepasst haben, diese Zahl dürfte aber heutzutage nicht mehr erreicht werden. Das Stadion liegt im Bezirk Tempelhof und ist für Berliner Verhältnisse recht schwierig mit der U- und S-Bahn zu erreichen. Am einfachsten geht es mit der U-Bahnlinie 6 (Ausstieg Alt-Tempelhof) und dann noch ein Stück den Tempelhofer Damm runter und rechts in die Parkstraße (geht in die Bosestraße über) abbiegen.

 

 

 

Tageskilometer:                

Saisonkilometer:          4.401 km (3.621 km KFZ und 1.780 km mit der Bahn)

zum Vergleich 05/06: 46.387 km (10.984 km Flugzeug, 24.473 Km Bahn, 11.183 km KFZ, 288 km Schiff, 690 km Bus)

 

Grüße an Allach-Girl und Allach-Boy

 
 
 

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