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Während es die andere Reisegruppe zu einem ca. achtklassigen Spiel zog, eilten Renato und ich mit strammen Schritten zum Bahnhof in Gliwice. Die Zeit bis zur Abfahrt unseres Zuges nach Zabrze nutzen wir sinnvoll in einem Internet-Cafe. Es folgte eine nochmalige Überprüfung des Spieltermins für den morgigen Sonntag und dabei fiel uns auf, dass das Spiel Bytom – Radom auf 12 Uhr verlegt wurde und nun eine echte Alternative darstellte. Nach einigem Hin und Her entschlossen wir uns aber doch bei der ursprünglichen, aber wesentlich beschwerlicheren Variante zu bleiben (Ausschlafen ist nur was für Lutscher!). Wir danach rein in den Bahnhof und schon wieder hallte uns das lang gezogene „Ruuuuch!“ entgegen. Die 250 Gästefans warteten auf ihren Abtransport in die Heimat zusammen mit einer stattlichen Anzahl schwarz gekleideter und behelmter Kameraden. Da auf unserem Gleis auch etliche von letzterer Sorte standen, war uns schnell klar, dass wir gemeinsam mit den Fans reisen durften. Kurz vor der Abfahrt wurden dann die Anhänger in die letzten Wagen verfrachtet und dann passierte exakt 60 Minuten gar nix. Der Zug stand und stand und stand. Ein Mitreisender gab uns zu verstehen, dass eben jene Anhänger verantwortlich für diese Zugverspätung seien. Wir dachten uns, dass der Zug so lange in Gliwice festgehalten wird, bis die Gästefans aus Krakow in Zabrze den Bahnhof verlassen haben. In Zabrze nach elf Minuten Fahrt und einer Stunde Verspätung endlich angekommen, mussten wir beobachten, dass wir mit unserer Vermutung völlig daneben lagen. In Zabrze gibt es wohl aus Sicherheitsgründen eh nur einen Bahnsteig und mit unserem Zug traf einer aus der Gegenrichtung ein. Das ist jetzt vielleicht nur für Eisenbahnfreaks interessant, aber die Tatsache, dass ca. 30 Wisla-Fans auf dem Bahnsteig vor den Ruch-Fans standen, was letztere veranlasste kurz mal Hallo zu sagen, mag auch so manchen Fußballfan interessieren. Dabei stiegen sie dermaßen schnell aus dem Zug aus, dass die Ordnungskräfte nicht reagieren konnten. Zwar konnte sich eine Handvoll der Wisla-Leute der zärtlichen Umarmung entziehen, dafür bekam der Rest aber gut Handküsschen. Die ganze Aktion hat nur etwa eine halbe Minute gedauert. Da wir schon etwas in Zeitnot waren, blieb uns gar nix anders übrig als den eben noch Geküssten hinaus aus dem Bahnhof zu folgen, halt nur nicht so schnell. Dort fand aber anscheinend ein sportlicher Wettkampf statt, denn eine Gruppe lief hinter einer anderen her, dann wieder zurück usw. Wir entschlossen unsere Beine zu schonen und entschwanden per Taxi zum Stadion. Dort angekommen ging es nach problemlosen Ticketkauf und einer laschen Einlasskontrolle auf die Haupttribüne. Eine halbe Stunde vor Anpfiff entleerte sich schlagartig die Gegengerade, dort wo normalerweise der heimische Anhang steht. Grund waren wohl einige Gästefans die über den Zaun stiegen und Guten Tag (bzw. Dzien dobry) sagen wollten. Während der eine Teile der Fans nun sich ziemlich schnell vom Ort des Geschehens entfernte, wollte eine andere Gruppe, nennen wir sie mal Jogginghosenträger, wiederum noch schneller an den Zaun zum Gästeblock. Die ganze Unruhe nutzen übrigens nicht wenige vor den Toren wartete Fans zum kostenlosen Eintritt. Nachdem die Gornik-Fans sich nun endlich gesammelt hatten, wollten sie auch Händeschütteln. Die Ordnungsmacht – dritte treibende Kraft an diesem Abend – schätze die Lage völlig falsch ein und unterband ziemlich unsanft die Verbrüderungsaktion, in dem sie einige Salutschüsse abgab. Obendrein wurde noch kostenlos Wasser ausgeschenkt. Aber damit nicht genug. Der einheimische Anhang versuchte danach, teilweise freudetaumelnd, über die Laufbahn zu den Gästen zu gelangen. Dabei fühlte man sich an einen Film über das römische Reich erinnert, denn die Kandidaten in der vordersten Reihe nutzen eine Werbebande als Schild und rückten vor. Als kleine Erinnerungspräsente wurden Werbebandenbausätze an die Besucher aus Krakau verteilt. Die Ordnungsmacht, zahlenmäßig noch nicht so stark wie die Geschenkeüberreicher, schickte daraufhin das Wasserverteilungsfahrzeug auf die Laufbahn. Der Einsatz zeigte dann die gewünschte Wirkung und nach ca. 20 Minuten kehrten unter dem Applaus der übrigen Zuschauer (kein Scherz) alle brav auf ihre Plätze zurück. Die Spieler zeigten sich von den Ereignissen völlig unbeeindruckt und setzten ihr Aufwärmprogramm in aller Seelen Ruhe fort. |
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Spiel: Wisla spielte ziemlich abgeklärt und gewann nicht unverdient. Auffällig war wie schnell das Spiel war. Tor: 0:1 (40. Min.) Sobolewski Stimmung: Auch hier präsentierte die Heimkurve beim Anpfiff den wohl obligatorischen Kassenrollenwurf. Später gaben sie noch eine Choreo zum Besten, die eine Burg darstellte und mit einigen Pryros flankiert wurde. Zu Beginn der zweiten Halbzeit präsentierte dann auch der mit ca. 1.500 Fans gefüllte Gästeblock eine Choreo mit blauer Alufolie und einem roten Banner. Stimmungstechnisch beide Seite recht laut. |
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Vereine: Der am 14.12.1948 gegründete Club Sportowy Gornik Zabrze wurde insgesamt 14 mal polnischer Meister (1957, 1959, 1961, 1963, 1964, 1965, 1966, 1967, 1971, 1985, 1987 und 1988) sowie sechs Mal Pokalsieger (1965, 1968, 1969, 1970, 1971 und 1972). Towarzystwo Sportowe Wisla (Wisla ist der Fluß) Krakow wurde im Jahre 1906 gegründet. 1939 folgten die Auflösung und ein Jahr später die Neugründung unter dem Namen DTSG Krakau. Letztere wurde 1945 aufgelöst und im gleichen Jahr unter dem alten Namen neugegründet. 10 Meisterschaften (1927, 1928, 1949, 1950, 1978, 1999, 2001, 2003, 2004 und 2005) und vier Pokalsiege (1927, 1967, 2002 und 2003) zieren den Briefkopf von Wisla Krakau. Stadion: Das Stadion Gornika ist eine Mehrzwecksortstätte mit Laufbahn. Auf der Haupttribüne gibt es einen relativ großen Teil, der über den Luxus einer Überdachung verfügt. Unter dem Dach gibt es Klappsitze und im restlichen weiten Rund Schalensitze oder Holzbänke. Der Zustand des Stadion ist nicht der allerbeste. Ein Beleg dafür sind einige sehr desolate Sitze und Bänke, die seit Jahren wohl nicht mehr ausgetauscht wurden. Der Gästeblock befindet direkt neben dem Marathontor. Daher bleibt der Kurvenblock, also zwischen Gästebloch und Gegengerade (hier findet man die Heimfans) wohl immer frei. Sehr schön sind noch die Flutlichtmasten und die Anzeigetafel, die aber an diesem Abend nicht im Betrieb war. Erbaut worden ist das Stadion wohl im Jahre 1934 und trug zunächst den Namen Adolf-Hitler-Kampfbahn. Offiziell fasst das Stadion fast 18.000 Zuschauer, wovon ca. 12.000 Sitzplätze sind. |
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Tageskilometer: 20 km mit der Bahn von Gliwice nach Zabrze Saisonkilometer: 17.294 km (5.900 km Flugzeug, 7.854 Km Bahn, 3.127 km KFZ, 170 km Fähre, 650 km Bus) zum Vergleich 04/05: 39.952 km (23.213 km PKW, 5.677 km Bahn, 10.962 km Flugzeug) |
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| Fortsetzung | |
| Grüße an Maxi | |
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