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Berlin, Stadion an der alten Försterei (3.279 Zuschauer) |
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Das Positive an Spielausfällen sind die Nachholspiele. Ok, nicht unbedingt ein Satz, der Eingang in ein Buch über Fußballweisheiten findet, aber unterm Strich werden die bei Minusgeraden ausgefallenen Spiele dann nachgeholt, wenn das Thermometer endlich seinen Arsch nach oben gekriegt hat. Daher ging es heute innerhalb von wenigen Tagen wieder in die Alte Försterei um nicht nur dem Treiben auf dem Rasen seine Aufmerksamkeit zu schenken, sondern auch um frisch vom Erzeuger den neuesten Grenzgänger (wieder einmal ein klasse Heft) in Empfang zu nehmen. Mein Mitgucker an diesem Pokalabend war diesmal Stephan (Webmaster, jahrzehntelanges Union-Mitglied und manchmal auch durchaus umgänglich). Aus rein strategischen Gründen (möglicher Regen) gönnten wir uns diesmal Tribünenplätze und waren voller Freude ob der Darbietungen, die in den nächsten 90 Minuten folgen sollten. Trotz der eher mäßigen Leistung am vergangenen Freitag ging der 1. FC Union als klarer Favorit in die Partie. Für ein bisschen Zündstoff vor der Partie sorgte Tennis Borussia’s neuer Coach Dejan Raickovic, indem er einen Auswärtssieg prognostizierte. Ansonsten hat sich seit letztem Freitag auch nicht viel getan. Das „Beste“ gab es nach Spielschluss, aber dazu später mehr. |
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| Spiel: |
Die Unioner versuchten von Anfang an das Spiel an sich zu reißen, was zumindest optisch auch gelang. Die Gäste ließen sich aber nicht nervös machen und standen hinten sicher. Es ergaben sich daher sehr wenige Tormöglichkeiten für die Hausherren. Ein ums andere Mal konnte sich Tennis Borussia aus der Umklammerung befreien und eigene Angriffsversuche starten. Deren Tormöglichkeiten waren dabei sogar noch einen Zacken gefährlicher. Mit zunehmender Spieldauer verkrampfte das Union-Spiel immer mehr. Zwar war noch gehörig Tempo in der Partie, aber auch die Abspielfehler häuften sich. Rund zehn Minuten vor dem Ende, kam dann das was in solchen Situationen häufig folgt: Ein Tor auf der Gegenseite. Michael Fuß bekam den Ball quer vorlegt und verwandelte zum Endstand. Union warf daraufhin alles nach vorne, ohne dabei eine echte Torchance herauszuspielen. Auf der anderen Seite hätte ein Konter eigentlich die Vorentscheidung bringen müssen, doch dem Stürmer versagten die Nerven. Letztlich ein nicht unverdienter Auswärtssieg. Tor: 0:1 (79. Min.) Fuß. |
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| Stimmung: |
Trotz der recht schwachen Zuschauerzahl war die Stimmung in der Alten Försterei an diesen Abend top. Normalerweise sind die Begriffe Auswärtssupport und TeBe ja eher schwer miteinander zu verbinden, aber was die gut 200 Leute in ihrem Block boten war schon alle Ehre wert. Nicht immer ganz fein, nicht immer ganz unpolitisch, aber dafür einige Male ganz schön laut. Der heimische Anhang wusste auch zu gefallen, so dass man an diesem Abend voll auf seine Kosten kam. |
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| Vereine: |
Der 1. FC Union Berlin wurde 1945 gegründet als SG Oberschöneweide. Ab 1948 SC Union 06 Oberschöneweide. Im Jahre 1950 flieht die Mannschaft in den Westteil der Stadt und gründete dort den SC Union 06 Berlin (den Verein gibt es noch heute und er hat seine Heimat neben dem alten Poststadion). Der im Osten verbliebene Teil wird in SG Union Oberschöneweide umbenannt. Danach ab 1951 BSG Motor Oberschöneweide, 1955 SC Motor Berlin, 1957 TSC Oberschöneweide, 1963 TSC Berlin und schließlich ab dem 20. Januar 1966 1. FC Union Berlin. Zwischen 1966 und 1989 war der 1. FC Union Berlin eine klassische Fahrstuhl-Mannschaft. Den größten Erfolg feierte der Club im Jahre 1968 als man im Kurt-Wabbel-Stadion in Halle den FC Carl-Zeiss Jena im Pokalendspiel mit 2:1 bezwang. Die 90er Jahre waren geprägt vom fortwährenden Scheitern zum Aufstieg in die 2. Bundesliga und von wirtschaftlichen Nöten: 1991 und 1992 scheiterte der Verein sportlich in der Aufstiegsrunde, 1993 und 1994 wurd die Lizenz verweigert (u. a. wegen einer gefälschten Bankbürgschaft). Ab 1995 wurden dem 1. FC Union die Einnahmen gepfändet und 1997 kam es fast zur Insolvenz. Erst ab 1998 brachen dank der Sportwelt (!?!) in Person von Michael Kömel wieder bessere Zeiten an. Im Jahre 2001 stieg der 1. FC Union Berlin in die 2. Bundesliga auf, stand im DFB-Pokalfinale (0:2 gegen Schalke) und erreichte dadurch die UEFA-Cup-Qualifikation. Die detaillierte Geschichte des Vereins hier. Es war der 09.04.1902 als sich ein Verein namens "Berliner Tennis und Ping-Pong Gesellschaft gründete. Nur ein Jahr später nannte man sich " Berliner Tenis Club Borussia" (kein Schreibfehler bei Tenis). Wie fast alle Vereine wurde auch dieser Club 1945 aufgelöst und im gleichen Jahr wieder gegründet. Bis 1949 hieß man SG Charlottenburg, dann "Berliner Tennis Club Borussia". Zwischen 1928 und 1941 sechsmal in der Endrunde vertreten, in den 50er Jahren viermal und in den Saisons 74/75 und 76/77 Mitglied der ersten Bundesliga. Die Tennis Borussia ist im eigentlichen Sinne ein "Ost-" Berliner Verein, denn von 1902 bis 1928 war an der Schönhauser Allee zu Hause, später im Polizeistadion Mitte (wo später das Stadion der Weltjugend errichtet wurde) und kam erst nach dem zweiten Weltkrieg (dauerhaft) nach Westberlin. (Die Sprechchöre "LilaWeiße - Westberliner Scheisse" sind somit ziemlich falsch und ziemlich dämlich). |
| Stadion: |
Die "Alte Försterei" ist vielleicht die stimmungsvollste und schönste Fußballarena in Berlin. Sie liegt inmitten eines großen Waldgebietes in der Nähe des Freizeit- und Erholungsparks FEZ (bekannt durch die Konzertstätte Wuhlheide) im Bezirk Köpenick. Das Jahr 1920 gilt offiziell als Eröffnungsjahr der "Alten Försterei". Dem 1. FC Union Berlin (vormals SG Oberschöneweide) dient das Stadion seit 1966 als Heimstätte und er verzeichnete auf Anhieb die besten Besucherzahlen in Ost-Berlin (noch vor Dynamo und Vorwärts Berlin). Im Jahre 1985 wurde das Stadion dann noch mal erweitert (die Hintertortribünen wurden verlängert). Das Fassungsvermögen lag danach bei rund 23.500 Plätzen. Nach der Wiedervereinigung galt das Stadion zwar als "nicht-bundesligatauglich", aber die großen Renovierungen blieben aus. So gab es ständig Diskussionen, die Heimspiele der "Eisernen" in den Jahn-Sportpark (Bezirk Prenzlauer Berg), der ehemaligen Heimstätte des Erzrivalen BFC Dynamo Berlin, zu verlegen. Im Jahre 1999 folgten dann zumindest die allernotwendigsten Sanierungen, um das Stadion für die 2. Bundesliga vorzubereiten. Im Jahre 2000 ist dann auch endlich die Sitzplatztribüne überdacht worden. Bei der "Alten Försterei" handelt es sich um ein reines Fußballstadion, und so entsteht auch bei geringen Zuschauerzahlen eine gute Atmosphäre. Die Gästefans finden sich im Block C wieder, der Rest ist für die Heimfans reserviert. |
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Nach dem Spiel wurde dann meinerseits ein folgenschwerer Fehler begangen. Mit einem bekannten TeBe-Fan sollte es heimwärts gehen und während der Fahrt mit der Straßenbahn löste sich auf einmal eine Scheibe. Dies nahm dann die staatliche Ordnungsmacht zum Anlass, alle Insassen (es waren mindestens 50) einzeln aus der Bahn zu ziehen, zu durchsuchen, die Personalien aufzunehmen und anschließend noch ein paar Erinnerungsfotos zu schießen. Unnötig zu erwähnen, dass deren Vorgehensweise nicht gerade zimperlich war. |
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Tageskilometer: - Saisonkilometer: 32.399 km (10.984 km Flugzeug, 14.658 Km Bahn, 5.887 km KFZ, 180 km Fähre, 690 km Bus) zum Vergleich 04/05: 39.952 km (23.213 km PKW, 5.677 km Bahn, 10.962 km Flugzeug) |
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Grüße an Talijan, Stephan und Ping-Pong-Alex |
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