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                  1. Bundesliga, Saison 05/06, 27.08.05                                 

 

   1:1  

 

FC Schalke 04 - Borussia Mönchengladbach

 

Gelsenkirchen, Arena AufSchalke (61.524 Zuschauer, ausverkauft)

 

 

Wenn am Samstagmorgen schon um 6:30 Uhr der Wecker klingelt (und damit genau eine Stunde eher als zwischen Montag und Freitag), dann heißt es mal wieder:

Also ging es... aber das Schicksal des frühen Aufstehens traf diesmal auch die wesentlich bessere Hälfte der ehelichen Gemeinschaft. Denn die Gute ist Anhängerin der Fohlentruppe vom Niederrhein und glaubte doch allen Ernstes an den ersten Auswärtssieg seit Anfang April 2004 (in Rostock) ihrer Mannschaft.

Mit der Reiseplanung hatte der Schreiber diesmal gar nix am Hut, denn man hängte sich einfach an die Spreeborussen, die ziemlich geübt sind im Organisieren von Fangruppenreisen in den goldenen Westen. Werner, nachstehend nur noch die alte Schindmähre genannt, gilt an dieser Stelle mal ein ganz besonderer Dank für die schönen ICE-Tickets zum sensationellen Schnäppchenpreis. Leider fehlten diesmal RoBÄRT und Borussentom („Äh, kein Bock auf die Halle!“ – wer will es ihnen verdenken), was im Gegensatz zu mir aber meine Leber freute und sich so auf einen dienstfreien Vormittag einstellen konnte.

Die Zugfahrt verbrachte man dann mehrheitlich stehenderweise im Bistrowagen und gegen Mittag (nach kurzem Umstieg in so einer hässlichen Stadt) erreichten wir dann den schönsten Bahnhof dieser Republik. Dort trennte sich dann das ganze Zugfahrergeschwader. Mann und Frau blieben am Bahnhof und machten es sich in Charly’s Bummelzug gemütlich (Gruß an dieser Stelle nach Weyhe). Der andere Teil zog direkt weiter zur Arena, aus welchem Grund weiß ich allerdings nicht mehr (ich glaube, die alte Schindmähre wollte sich noch mit ein paar Schalkern treffen).

Eine kurzzeitige Scheidung erfolgte dann an der Arena, weil es die Gattin in den Gästeblock zog. Dabei hatte ich extra Karten für den Sitzplatzblock daneben organisiert. Egal, die zweite Karte fand dann doch noch eine dankbare Abnehmerin (Grüße diesmal nach Essen), und nach einigen wilden Tauschaktionen konnte man endlich die Arena mit dem neuen Namen betreten.

 

 
Spiel:

Dass eine Spielstatistik nur eine bedingte Aussagekraft hat, zeigte die heutige Bundesligapartie. 26:6 Torschüsse, 6:1 Ecken, 18:5 Flanken in den Strafraum und fast 60% Ballbesitz sind die schönen Fakten, letztlich zählen aber nur die beiden Zahlen rechts und links vom Doppelpunkt.

Die erste Halbzeit war bis auf zwei Ausnahmen richtig langweilig. In der 13. Minute konnte der Gladbacher Keeper einen Schuss von Bajarmovic glänzend klären. Kurz vor der Pause gingen die Gäste durch einen herrlichen Treffer von Bögelund in Führung. Nach dem Wechsel spielte eigentlich nur Schalke, allerdings ziemlich ideenlos gegen eine nur noch auf Torsicherung bedachte Gästemannschaft. Nach dem erst Sand und Ernst nicht zum Ausgleich trafen, war es wiederum Sand, der in der 57. Min. endlich einmal den Gladbacher Torhüter überwinden konnte. In der Folgezeit verstärkten die Hausherren weiter den Druck, ohne allerdings spielerisch zu überzeugen. Es folgten noch einige sehr gute Möglichkeiten, u. a. durch Kobiashvili (brachte den Ball aus fünf Meter nicht im Tor unter) und durch Neuzugang Rafinha, der vollkommen freistehend den Ball über das Tor drosch.

Alles in allem eine ziemlich schwache Vorstellung der Knappen gegen noch schwächere Gäste, die in keiner Phase gewillt waren gewinnen zu wollen.

Tore: 0:1 (41. Min.) Bögelund, 1:1 (57. Min.) Sand.

Stimmung:

Aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Gästeblock fällt eine objektive Bewertung natürlich schwer. Die Stimmung bei den Schalkern war in der ersten Halbzeit wesentlich besser als im zweiten Durchgang. Genau anders rum war der Lärmpegel im Gästeblock. In den ersten 45 Minuten noch einigermaßen verhalten, steigerte sich die Stimmung nach dem Wechsel bis Ende der Partie in einen richtig geilen Dauersupport.

Vereine:

Im Mai 1904 (ob es wirklich der 4. Mai war, ist historisch nicht belegt) wurde der SC Westfalia 04 Schalke gegründet. Im Jahre 1912 schloss sich kurzeitig (bis 1913) die Fußballabteilung dem TV 1877 Schalke an. 1919 erfolgte die Fusion des TV 1877 Schalke zum TuS 1877 Schalke an. Ab 1924 nannte sich die Fußballabteilung FC Schalke 04. Insgesamt sieben Mal Deutscher Meister (1934, 1935, 1937, 1939, 1940, 1942 und 1958), viermal Pokalsieger (1937, 1972, 2001 und 2002) und einmal UEFA-Cup Sieger (1997). Die ganze Geschichte ist hier zu finden.

Die Borussia aus Mönchengladbach wurde dagegen bereits im Jahre 1900 als Teutonia Mönchengladbach gegründet. Im gleichen Jahr schloss man sich der Marianischen Jünglings Congregation an (ab 1903 hieß die Fußballabteilung dann FC Borussia Mönchengladbach-Eicken). Im Jahre 1919 folgte die Fusion mit TV Germania Mönchengladbach zum VfTur, welche aber bereits im Jahre 1921 wieder gelöst wurde. Ab da hieß der Verein erstmalig VfL Borussia Mönchengladbach, aber nur bis 1933 (Fusion mit dem SC zum SC Borussia). Diese wurde aber bereits im folgenden Jahr wieder gelöst. Seit 1961 offiziell: Borussia VfL Mönchengladbach. Zwischen 1970 und 1977 fünfmal Deutscher Meister, 1973 und 1995 Pokalsieger und zweimaliger UEFA-Cup Sieger.

Stadion:

Die Arena AufSchalke wurde offiziell im Sommer 2001 fertig gestellt und löste damit das Gelsenkirchener Parkstadion als Heimstätte des FC Schalke 04 ab. Das Parkstadion befindet sich neben der Arena und fasste 72.000 Zuschauer (aber nur 22.000 überdachte Sitzplätze). Dort finden fast 61.000 Zuschauer Platz (davon 16.500 Stehplätze). Für internationale Spiele wird durch die Umwandlung der Stehplätze in Sitzplätze die Kapazität auf ca. 52.000 Plätze abgesenkt. Die Arena ist multifunktional und hat über 180 Millionen Euro gekostet. So gibt es hier auch noch American Football in Form von Rhein Fire zusehen.

Das Stadion / die Halle hat eine fast quadratische Form mit abgeschrägten Ecken. Das Dach sieht aus wie eine Muschel. Die Plätze werden über mindestens 12 (mehr habe ich noch nicht gezählt) Aufgänge eingenommen. Auffällig in der Arena ist der riesige Videowürfel unter der Decke auf dem die Vorberichterstattung läuft, Spielstände eingeblendet werden und alle 15 Minuten zum Kauf eines Milchspeiseeises aufgefordert wird. Positiv zu bewerten ist sicherlich die einmalige Atmosphäre bedingt durch die Nähe zum Spielfeld und die ungehinderte Sicht auf das Spielfeld. Gegen eine solche Arena spricht, dass es sich um kein reines Fußballstadion handelt und bei schlechtem Wetter eigentlich Hallenfussball geboten wird, denn das – wenn auch lichtdurchlässige – Dach wird bei schlechtem Wetter geschlossen. Der Vorteil der sehr guten „Bier- und Bratwurst“ – Infrastruktur steht der Nachteil gegenüber, dass dort alles mit einer Bezahlkarte (Knappenkarte – clever in Amsterdam abgeschaut) bezahlt wird. So muss man mindestens 5 Euro auf die Karte laden um ein Bier für 2,80 Euro zu bezahlen. Für die Heimfans sicherlich kein Problem, aber nicht gerade gästefreundlich für die anderen.

Die Arena AufSchalke steht auf dem „Schalker Feld“ zwischen den Stadtteilen Erle, Buer und Schalke und ist per Auto gut über die A2 (Ausfahrt Gelsenkirchen Buer) oder die A42 (Ausfahrt Gelsenkirchen-Schalke) zu erreichen. Bei der Anreise mit dem Zug nimmt die Straßenbahn, mit der die Fahrt an Spieltagen manchmal recht lang werden kann. Die Heimfans stehen traditionell in der Nordkurve, die Gästefans hinter Glas in den Blöcken V und W.

 

 

Die Rückfahrt war dann genau so angenehm wie die Hinfahrt, sieht man mal von den Diskussionen mit der staatlichen Ordnungsmacht ab. Diese versuchte ausgerechnet am Gleisaufgang die „befeindeten Fangruppen“ zu trennen. Auf dem Gleis, in der S-Bahn und sogar um den Bahnhof herum zogen Schalker und Gladbacher problemlos gemeinsam durch die Gegend. Aber ausgerechnet am Gleisaufgang standen ein paar grüne Männchen und machten einen dicken Maxen. Wäre ja alles nicht berichtenswert, aber wenn unser Fangruppenbahnfahrkarteninhaber mit seinem Zeigefinger wild auf einer Brustpanzerung rumklopft und dabei unsere Freunde und Helfer die Frage ins Gesicht schrie „Seit ihr eigentlich total bescheuert?“, dann sind ernsthafte Sorgen um die Zurückführung der Gruppe in die Bundeshauptstadt doch wohl angebracht, oder? Aber nach fünf Minuten wilder Schreierei beruhigten sich die Nerven. Die 3 ½ Stunden bis Berlin in einem total leeren ICE wurden dann doch noch einigermaßen sinnvoll (u. a. Mengenlehre) genutzt.

 

Grüße an all die ganzen Mitfahrer, nach Essen und nach Wehye!

 

Tageskilometer:                  982 km mit der Bahn von Berlin nach Gelsenkirchen und zurück

Saisonkilometer:           13.004 km (5.900 km Flugzeug, 5.314 Km Bahn, 1.170 km KFZ, 170 km Fähre, 650 km Bus)

zum Vergleich 04/05: 39.952 km (23.213 km PKW, 5.677 km Bahn, 10.962 km Flugzeug)

 
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