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                  Landespokal Brandenburg, Saison 05/06, 10.12.05                                 

 

   0:5  

 

TSV Chemie Premnitz - MSV 1919 Neuruppin

 

Premnitz, Stadion der Chemiearbeiter (ca. 300 Zuschauer)

 

 

Bis ins Viertelfinale des brandenburgischen Landespokals haben es drei Oberligisten, vier Landesligavereine und mit dem TSV Chemie Premnitz auch ein Landesklassenverein geschafft. Erstaunlicherweise befindet sich kein einziger Verbandsligist unter den letzten Acht.

Die Fahrt durch die brandenburgische Steppe ließ zunächst nichts Gutes verheißen, denn Nebel wo man auch hin sah bzw. nicht hinsehen konnte. In Premnitz, dem einstigen Kunstfasermekka (wer kennt sie nicht, die Bekleidungsstoffe Dederon, Wolpryla und Grisuten) der DDR angekommen, war die Lage nicht viel klarer. Angepfiffen wurde die Partie trotzdem. Als Entschädigung für die mangelhafte Sicht ließ sich der Verein aber etwas ganz Besonders einfallen und bot als Hauptattraktion des Tages den kleinsten Linienrichter der Welt auf.

 

 
Spiel:

Man hat zwar nicht sonderlich viel gesehen, aber der Stadionsprecher untertitelte das Spiel mit allen wichtigen Informationen (Ein- und Auswechslungen, Gelbe und Rote Karten und sogar die Torschützen).

Tore: 0:1 (31. Min.) Krüger, 0:2 Zschiesche (37. Min.), 0:3 (43. Min.) Krüger, 0:4 (60. Min.) Krüger, 0:5 (88. Min.) Krüger. 

Stimmung:

Nanu - was war denn heute in Premnitz los? Ein recht großer Mob (ca. 30 Leutchen) machte einen Riesenlärm und fiel auch mit ein paar Zaunfahnen auf, auf denen geschrieben stand „Forza Chemie“, „Curva Nord“ oder „BSG Chemie Premnitz.“ Schlummerte da etwa von der Weltöffentlichkeit völlig unbemerkt eine linke Fanszene in den Niederungen des Brandenburger Amateurfußballs, die dem Vergleich mit den legendären Ultras Schöneiche durchaus standhalten kann? Doch das vermeintliche „St. Pauli Brandenburgs“ entpuppte sich ziemlich schnell als Mogelpackung, denn in den Premnitzern Gewändern steckten Babelsberger. Nicht immer ganz fein, aber eine durchaus gelungene Aktion! Schließlich fiel deren Spiel bei der zweiten Mannschaft des MSV Neuruppin den schlechten Platzverhältnissen zum Opfer.

Aus Neuruppin waren ca. 50 erkennbare Fans angereist, die aber kaum auffielen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit machten dann noch mal die „Ultras Premnitz“ auf sich aufmerksam, in dem sie ein paar Bengalos (bei der Sicht eigentlich überflüssig) zündeten und diese dann auf den Platz warfen. Der Stadionsprecher drohte daraufhin mit dem Abbruch des Spiels (auch total überflüssig, denn welcher Verein sollte nachher dafür verantwortlich gemacht werden), doch bei der Einschüchterung blieb es dann auch.

Vereine:

Unschwer zu erkennen, dass der Märkische Sportverein 1919 Neuruppin im Jahre 1919 gegründet wurde. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges ging es den Neuruppinern auch nicht besser als all den anderen Vereinen in der DDR und munter wurden die Vereinsnamen gewechselt. Aus dem Märkischen Sportverein wurde die ZSG, dann Nordwest, dann auf einmal Mitte, später Konsum und Empor und schließlich Elektronik. Aber nach 1989 gab es erst den TuS Neuruppin, später dann den MSV Neuruppin, womit sich der Kreis endlich wieder geschlossen hat. Sportliche Schlagzeilen liefert der Verein dagegen eher seltener. Richtig aufwärts ging es erst 1998. Der Aufstieg von der Landesliga bis zur Spitze der Oberliga wurde in wenigen Jahren vollzogen.

Der TSV Chemie Premnitz wurde irgendwann nach 1945 gegründet und schaffte es bis in die DDR-Liga. Nach der Wende fusionierte der Verein mit dem Brandenburger SC Süd. Aber nach nur einem Jahr wurde diese Fusion wieder gelöst mit dem Ergebnis, dass die Premnitzer ihren Verbandsligaplatz an die Brandenburger verloren. Heute kickt der TSV Chemie Premnitz in der Landesklasse West, der siebthöchsten Spielklasse.

Stadion:

Das Stadion der Chemiearbeiter verfügt zwar nur über ringsherum vier Stufen, dürfte aber für DDR-Nostalgiker von Interesse sein. Der Erbauer schien kein Freund von runden Kurven zu sein, denn obwohl der Platz aufgrund der Laufbahn oval ist, sind die Kurven eckig. Sehr nett anzuschauen sind der Eingangsbereich und der Sprecherturm. Das Fassungsvermögen dürfte bei mindestens 5.000 Zuschauern liegen.

Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln das Stadion der Chemiearbeiter besuchen möchte, braucht nur bis zur Station Premnitz-Süd zufahren und schon befindet man sich direkt am Stadion. Mit dem Auto erreicht man die Spielstätte über die B 102 entweder aus Richtung Rathenow oder Brandenburg. Im Premnitz bedarf es je nach Richtung einer Links- bzw. Rechtsabbiegung gemäß der Beschilderung.

 

 

 

 

 

Tageskilometer:                  168 km mit dem KFZ von Berlin nach Premnitz und zurück

Saisonkilometer:           19.735 km (5.900 km Flugzeug, 9.382 Km Bahn, 4.040 km KFZ, 170 km Fähre, 650 km Bus)

zum Vergleich 04/05: 39.952 km (23.213 km PKW, 5.677 km Bahn, 10.962 km Flugzeug)

 

 

Grüße an Deutsches Kreuz Rot, an die teuerste Armbanduhr der Welt und den Wiedergeborenen...

 
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