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Fußball in Polen - So nah und doch so fern. Gerade einmal 100 km ist die polnische Grenze von Berlin entfernt, aber zumindest im Fußball, so hört man zumindest, doch eine ganz andere Welt. Wie anders, folgt auf dieser und den nächsten Seiten. Die Planung zu dieser Tour war eigentlich gar nicht mal schwer, denn die Bedingungen für Polen-Fußballreisende sind nahezu ideal. Man braucht eigentlich nur die Webseite www.90minut.pl und eine Seite mit Bahnverbindungen, falls man denn mit der polnischen Staatsbahn das Land von Zbigniew Boniek und Grzegorz Lato bereisen möchte. Einzig die Einordnung der Spiele nach Attraktivität bedurfte schon einer gewissen Erfahrung, die zwar nicht vorhanden war, aber einige Experten erniedrigten sich die eklatanten Wissenslücken zu füllen. Vielen Dank an dieser Stelle nach Berlin und Chemnitz. Mein treuer Begleiter Renato tat genau das was seine ureigenste Aufgabe ist, nämlich begleiten. Auf die Spiele-Zusammenstellung durfte er allerdings keinen Einfluß nehmen, denn auf die war ich richtig stolz. Der ehemals schönste Mann des nordöstlichen Südwestvorpommerns und heutige Captain Chemnitz knallte uns dann noch eine Samstagvormittagspartie ins Programm, doch dazu später mehr. Nachdem die ganzen Spiele mit Zugverbindungen unterlegt wurden kam für uns nur das Eurodomino der deutschen Bahn zu 58 Euro pro Person in Betracht. Eine echte Alternative wäre noch das Wochenendticket der polnischen Bahn zu 60 Zloty gewesen, schied aufgrund zweier zuschlagspflichtiger Züge aber aus. Los ging es dann Freitag am Zoologischen Garten in Berlin und nach fünf Stunden und 41 (!) Zwischenhalten erreichten wir um kurz nach sechs Poznan. Nachdem wir Geld getauscht hatten, der Umrechnungskurs liegt bei 4:1, machten wir uns auf den laut unseres Informanten 15-minütigen Fußweg zum Stadion. Dieser Umrechnungskurs lag allerdings bei 1:4, denn nach einer Stunde und mit brennenden Oberschenkeln erreichten wir das Stadion Lecha. Nachdem wir „dwa bilety“ am Kassenhäuschen sagten, bekamen wir zwei schöne Eintrittskarten und waren um 50 Zloty ärmer. Die Einlasskontrollen verdienten ihren Namen eigentlich nicht. Anscheinend wird in Polen nach dem Prinzip verfahren, umso größer der Rucksack umso weniger Interesse am Inhalt. Dieses Phänomen konnten wir auch bei den restlichen Spielen an diesem Wochenende beobachten. Auffällig auch, dass kaum Polizei gesichtet wurde. Lech und Cracovia pflegen eine Fanfreundschaft und daher war sicherheitstechnisch Entspannung angesagt. Bevor das Spiel los ging entdeckten wir noch eine Stadionkneipe und machten uns zum ersten Mal mit polnischer Braukunst vertraut. Bezeichnenderweise hieß die Biersorte Lech (Vereinsname und Brauerei stehen aber in keinem Zusammenhang), später von uns „Lech(z)“ genannt, und mit dem Becherchen konnten wir dann ungehindert auf der Tribüne Platz nehmen. Dummerweise war das Gebräu so lecker, dass wir am nächsten Morgen den Preis dafür bezahlen mussten. |
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| Spiel: |
Das Spiel war äußerst mäßig. Erst als sich Lech Poznan in der 36. Minute selbst dezimierte wurde die Partie ein wenig ansehnlicher. Lech gelang 20 Minuten vor Schluss der Treffer des Tages in Unterzahl und Cracovia fiel nur im Vergeben von 100%igen Torchancen auf. Tor: 1:0 (70. Min.) Gajtkowski |
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| Stimmung: |
Aufgrund der bereits erwähnten Fanfreundschaft gab es ein paar Wechselgesänge zu hören. Beide Fangruppen feierten sich selbst und auch gegenseitig. Dafür aber in einer recht ordentlichen Lautstärke. Optisch gab es bis auf eine gelungene Rückwärtshüpfeinlage des Lech-Anhanges nicht viel zu bestaunen. |
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| Vereine: |
Am 19.03.1922 spaltete sich TS Liga Debiec (ab 1925 als TS Liga Liga Poznan) von Lutnia 1920 ab und spielte fortan unter eigenen Farben. Von 1929 bis 1945 hieß der Verein dann Kolejowe Przysporsobienie Wojskowe (kurz KPW) Poznan. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges erfolgte die Neugründung als Poznanski Kolejowy Klub Sportowy, zwei Jahre nannte sich der Verein erneut um: (ab 1947) Zwiazek Zawodowy Kolejarz (ZZK) Poznan, (ab 1949) KS Kolejarz und schließlich (ab 1957) (KKS Lech Herzog Lech gilt als der Urvater der Polen) Poznan. Mitte der 90er folgte noch weitere Umbenennungen: (1994) Poznanski Klub Pilkarski (PKP) Lech Poznan, und seit 1998 trägt der Verein seinen heutigen Namen Wielkopolski Klub Pilkarski Lech Poznan. Insgesamt fünf Meistertitel (1983, 1984, 1990, 1992 und 1993 (Lech Poznan war zwar nur Dritter der Meisterschaft, aber Legia Warschau wurde der Titel aufgrund von Bestechungsvorwürfen aberkannt und dem Zweitplatzierten Widzew Lodz aus gleichen Gründen nicht zugesprochen)) und vier nationale Pokalsiege (1982, 1984, 1988 und 2004) errang Lech Poznan. Cracovia Krakow ist der älteste heute in Polen noch existierende Verein und wurde im Jahre 1906 auf Anregung des jüdischen Arztes Dr. Lustgarten gegründet. Papst Johannes Paul II war großer Cracovia-Fan. Bis 1949 hieß der Verein Klub Sportowy Cracovia, danach kurz KS Ogniwo Cracovia, KS Sparta und heute wieder KS Cracovia. Die Erfolge liegen lange zurück. Fünfmal wurde der Verein polnischer Meister (1921 (erste offiziell ausgetragene Meisterschaft), 1930, 1932, 1937 und 1948 (im Entscheidungsspiel gegen Wisla Krakow 3:1)). |
| Stadion: |
Allein die Flutlichtmasten der Heimstätte von Lech Poznan sind schon das Eintrittsgeld wert. Aber auch der Rest ist mehr als ansehnlich. Früher muss es sich um ein Mehrzweckstadion gehandelt haben, denn der Abstand von Tribüne zum Spielfeld ist noch sehr breit. Die eine Kurve ist ovalförmig und dort stehen die Heimfans. Auf der anderen Seite ist die Hintertortribüne, welche heute gesperrt war, direkt an das Spielfeld herangebaut worden. Die dortige Tribüne ist die einzige mit zwei Rängen. Eröffnet wurde das Stadion Lecha im Jahre 1980. Von Bahnhof Poznan Glowna sollte man am besten mit der Straßenbahnlinie 6 zum Stadion fahren. |
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Tageskilometer: 270 km mit der Bahn von Berlin nach Poznan Saisonkilometer: 16.914 km (5.900 km Flugzeug, 7.494 Km Bahn, 3.107 km KFZ, 170 km Fähre, 650 km Bus) zum Vergleich 04/05: 39.952 km (23.213 km PKW, 5.677 km Bahn, 10.962 km Flugzeug) |
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Hier noch ein mehr oder minder
sachdienlicher Hinweis:
cracovia ist NICHT
der älteste club! XXX |
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