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                  Oberliga NOFV-Nord, Saison 05/06, 26.11.05             

    1:2 

 

BFC Preußen - SV Babelsberg 03

Berlin, Preußenstadion (448 Zuschauer)

 

Hurra, Hurra – der Winter und die Gladbacher sind da! Zwei Gründe, sich also nur im Dunstkreis der Hauptstadt zu bewegen. Da man dem Besuch schließlich auch mal was vom tollen Berliner Amateurfußball darbieten wollte, entschieden wir uns für die Kälte und den Auftritt des SV Babelsberg 03 beim Aufsteiger BFC Preußen. Die Berliner Verkehrsbetriebe brachten uns überpünktlich nach Lankwitz, wo wir Zeugen sinnloser Verschwendung von Steuergeldern wurden. Eine ganze Hundertschaft sollte im Vorfeld dieser Partie für Ruhe und Ordnung sorgen. Die Eingänge wurden fein säuberlich nach Heim und Gast unterteilt und damit es auf keinen Fall zur Vermischung beider Fanlager kam, wurden obendrein noch die Personalausweise kontrolliert. Fans aus den Kreisen Potsdam und Potsdam-Mittelmark hatten somit keine Chance auf die „Haupttribüne“ zu gelangen. Zu Schwierigkeiten bei der Einordnung der Zuschauer in die Fanlager kam es allerdings, als potentielle Stadionbesucher mit amtlichen Dokumenten, die die Wohnorte Neumarkt in der Pfalz, Rodgau in Hessen oder (Ost-)Berlin auswiesen. Kinders, Kinders – so ein Aufriss für ein stinknormales Oberligaspiel. Ach ja, die acht Euro Eintritt waren übrigens auch eine Frechheit. Bei den Sportfreunden aus der Filmstadt hat man letzte Woche nur fünf Euro bezahlt.

 

 
Spiel:

Trotz (oder vielleicht deshalb) der dünnen Schneedecke wurde den Zuschauern eine rechte flotte und kurzweilige Partie geboten. Dabei starteten die Preußen wesentlich besser in die Partie die favorisierten Babelsberger. In der Anfangsviertelstunde flog der Ball dreimal in Richtung Babelsberger Tor, traf dieses aber nicht. Nach einer halben Stunde segelte das Leder nach einem 45-Meter(!)-Freistoß - ganz grob - zur gegnerischen Torauslinie und Torwart Becker wollte den gelben Ball wegboxen, was er auch tat, aber dummerweise ins eigene Gehäuse. Zugegeben, der Ball segelte auch im Sturzflug vom Himmel herab und hatte obendrein noch die Sonne im Rücken. So kamen die Preußen zwar glücklich, aber keineswegs unverdient zur Führung. Komischerweise bekamen die Babelsberger die Partie fortan besser in den Griff und gestatteten dem Gastgeber kaum noch Tormöglichkeiten. Kurz vor der Pause fiel der Ausgleich. Moritz verwandelte einen 20-Meter-Freistoß direkt und ließ dem ansonsten recht guten Preußen-Torwart keine Chance.

Die zweite Hälfte war gerade mal fünf Minuten alt, als das letzte Tor des Tages fiel. Fricke hieß diesmal der Torschütze, der aus kurzer Distanz den Ball über die Linie drückte. Danach das eigentliche typische Spielchen. Preußen machte mehr und mehr auf und versuchte sich am Unternehmen Ausgleich, während die Babelsberger zum Kontern eingeladen wurden. Letztere hätte eigentlich noch ein paar Tore zur Folge haben müssen, aber die guten Möglichkeiten wurden verstolpert. Bei Preußen sah das alles ganz nett aus, aber richtig gefährlich wurde es nur einmal. Kurz vor Schluss schlug der Ball im Babelsberger Tor ein, aber der direkt verwandelte Freistoß wurde zurückgepfiffen wegen „Nicht freigegeben.“

Tore: 1:0 (30. Min.) Becker (Eigentor), 1:1 (40. Min.) Moritz, 1:2 (50. Min.) Fricke

Stimmung:

448 Zuschauer waren natürlich sehr enttäuschend. Mit der Euphorie des 3:2-Sieges gegen Union und bei der recht kurzen Anreise hätte man eigentlich mit mindestens einer vierstelligen Zahl Gästefans rechnen können. Gekommen sind dann etwa 300. Vielleicht mag das aber auch an den ziemlich saftigen Eintrittspreisen von 8 Euro (kein Topzuschlag) gelegen haben. Von Support (fast) und Zaunfahnen keine Spur. Auf der anderen Seite standen die neutralen Zuschauer und die paar Preußen-Fans. Hier tobte natürlich auch nicht der Bär.

   

   
Vereine:

Der BFC Preußen ging 1894 aus der Fusion zwischen dem Schülerverein "Hevellia" und dem Berliner FC Friedrich Wilhelm hervor. Seit 1898 heißt der Verein Berliner FC Preußen und wurde in den Jahren 1980 und 1981 Meister der Oberliga Berlin.

Die SG Babelsberg wurde 1945 als Nachfolgeverein des VfL Eintracht 06 Babelsberg gegründet. 1949 folgte die Umbenennung in BSG Märkische Volksstimme Babelsberg und 1950 in BSG Rotation Babelsberg. Danach auch als SC Potsdam bzw. BSG Motor Babelsberg bekannt. Ab 1969 nannte sich der Verein BSG DEFA Babelsberg bis er 1990 in SG Fortuna Babelsberg umbenannt wurde und sich kurz danach schließlich in SV Babelsberg 03 umbenannte. 

   
Stadion:

Das Preußen-Stadion in Berlin-Lankwitz wurde im Jahre 1937 errichtet (nachdem der Verein fast 40 Jahre lang von einem Sportplatz zum nächsten umzog) und im zweiten Weltkrieg wieder zerstört. Nach und nach wurde die Anlage wieder aufgebaut. Heute sieht man noch die alten Betonstufen, auf denen sich in der Regel keine hundert Zuschauer ein Spiel ansehen. Der Platz ist umgeben von einer Tartanbahn, was allerdings die Aussicht nicht schmälert. Eine Überdachung fehlt gänzlich. Aber zumindest sind auf der Geraden am Vereinsheim einige Sitzbänke installiert worden.

 

 

 

Tageskilometer:                  -

Saisonkilometer:           18.839 km (5.900 km Flugzeug, 8.654 Km Bahn, 3.872 km KFZ, 170 km Fähre, 650 km Bus)

zum Vergleich 04/05: 39.952 km (23.213 km PKW, 5.677 km Bahn, 10.962 km Flugzeug)

 

Grüße an Hendrik

 
 
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