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                  1. Bundesliga, Saison 04/05, 20.02.05                                 

 

  1:3  

 

Borussia MönchengladbachFC Schalke 04

 

Mönchengladbach, Stadion im Borussia-Park (53.148 Zuschauer, ausverkauft)

 

 

So ein Wochenende in Düsseldorf hat natürlich ungeahnte Vorteile. Zum einen ist die Dichte an Kneipen unschlagbar und zum anderen laden die rheinländischen Braukünste zum Verweilen in eben diesen Schenken ein. Allerdings verträgt sich die Konstellation nicht unbedingt mit einem strammen Tagesprogramm am darauf folgenden Morgen. Dieses sah wie folgt aus: 11 Uhr Gelsenkirchen, Glückaufkampfbahn mit der Partie der A-Junioren des FC Schalke 04 und dem Verein, dessen Zukunft höchst ungewiss ist. Danach zurück nach Düsseldorf Gemahlin einladen und auf zum Rheydter SV und von dort schließlich ab zur Borussia in den Nordpark. Als um 9 Uhr der Wecker klingelte, dachte man zunächst an einen Alptraum der übelsten Sorte. Kurz ein Blick aus dem Fenster: Regen! Danach schnell ein Telefonat geführt und die Ansage aus dem Fernsprecher lautete Absage. Nie war ein Spielausfall so wertvoll wie an diesem tristen Sonntagmorgen. Als der Wecker ein zweites Mal um 12 Uhr klingelte wiederholte sich das Prozedere und die zweite Nachricht des Tages lautete wie die erste. Ab einem gewissen Alter braucht der Körper auch mehr Schlaf und so kam der zweite Spielausfall auch nicht ungelegen. Aber für das letzte Spiel auf dem Zettel konnte man sich dann doch noch aufraffen und begleitet von Hagel ging es über die Autobahn Richtung Rheydt. Dass die Fahrt nicht ganz ungefährlich war, demonstrierte ein Smart-Fahrer auf der Gegenseite, der sich vor unseren Augen zu einer kleinen Pirouette hinreißen ließ und sein Gefährt formvollendet in die Leitplanken setze.

In Rheydt angekommen fand man auch ziemlich schnell einen Parkplatz und einer der zahlreichen Shuttle-Busse chauffierte uns kostenfrei zum Nordpark. Einzig eine niederrheinische Quarktasche, so einer der über seine schlechten Witze selber lacht und jeden zweiten Satz wiederholt („Ihr gewinnt heute nicht! Gewinnen tut Ihr heute nicht“), trübte ein wenig die Vorfreude auf das heutige Bundesligaspiel. Die ganze Fahrt mag so ca. 20 Minuten gedauert haben. 90 Minuten vor dem Spielbeginn waren wir dann am Stadion, welches rein äußerlich ein wenig ärmlich aussah. Schnell zum Gästeeingang und schon waren wir drin im Nordpark. Die Entscheidung, so frühzeitig die neue Spielstätte zu betreten, war auch ganz sinnvoll, denn danach waren die Schlangen davor und die Wartezeiten lang.

Die Borussia, die sich seit der Winterpause mit dem klangvollen Zusatz „Kaufhaus des Westen“ schimpft, verpflichtete so ziemlich alles, was nicht schnell genug auf den Bäumen war. Unsere Plätze befanden sich im Oberrang auf Höhe der Torauslinie und die Sicht von dort war wirklich gut (was man bei einem Preis von 29,50 Euro wohl auch erwarten darf). Auch der Stehplatzbereich für die Gäste machte einen guten und weitläufigen Eindruck.

 

 
Spiel:

Nach einer halben Stunde voller Langweile waren es die Königsblauen die erste Akzente setzten und drei dicke Dinger vergaben. Die Führung der Gladbacher war ein wenig zweifelhaft und so durfte der Ex-Schalker Böhme die Führung für die Hausherren per Elfmeter erzielen (im Stadion selber sah es wie ein berechtigter Elfer aus). Der Rest ist kurz zusammengefasst: Ailton!

Fazit: Gladbach vorne und hinten ein Hühnerhaufen. Schalke überzeugend, allerdings mit dem Makel der schlechten Chancenverwertung.

Tore: 1:0 (38. Min.) Böhme (FE), der Rest der kleine Dicke ohne Hals (44. Min., 66. Min. und 79. Min).

Stimmung:

Vielleicht lag es meinem Platz oberhalb des Gästeblocks inmitten königsblauer Fußballfreunde, aber die Stimmung von den Heimfans war bis auf den Torjubler mau. Der Gästeanhang war zahlenmäßig äußerst stolz vertreten und machte aus dem Auswärtsspiel ein Heimspiel. Nun gut, der Spielverlauf tat sein übriges.

Ganz witzig war der Stadionsprecher, der für den ein oder anderen Lacher sorgte. Als auf die Ergreifung eines Pyromanen eine 1.000 Euro Belohnung ausgelobt wurde, denunzierte jeder Zweite im Stadion seinen Nachbarn.

 

 
Vereine:

Die Borussia aus Mönchengladbach wurde dagegen bereits im Jahre 1900 als Teutonia Mönchengladbach gegründet. Im gleichen Jahr schloss man sich der Marianischen Jünglings Congregation an (ab 1903 hieß die Fußballabteilung dann FC Borussia Mönchengladbach-Eicken). Im Jahre 1919 folgte die Fusion mit TV Germania Mönchengladbach zum VfTur, welche aber bereits im Jahre 1921 wieder gelöst wurde. Ab da hieß der Verein erstmalig VfL Borussia Mönchengladbach, aber nur bis 1933 (Fusion mit dem SC zum SC Borussia). Diese wurde aber bereits im folgenden Jahr wieder gelöst. Seit 1961 offiziell: Borussia VfL Mönchengladbach. Zwischen 1970 und 1977 fünfmal Deutscher Meister, 1973 und 1995 Pokalsieger und zweimaliger UEFA-Cup Sieger

Im Mai 1904 (ob es wirklich der 4. Mai war, ist historisch nicht belegt) wurde der SC Westfalia 04 Schalke gegründet. Im Jahre 1912 schloss sich kurzeitig (bis 1913) die Fußballabteilung dem TV 1877 Schalke an. 1919 erfolgte die Fusion des TV 1877 Schalke zum TuS 1877 Schalke an. Ab 1924 nannte sich die Fußballabteilung FC Schalke 04. Insgesamt sieben Mal Deutscher Meister (1934, 1935, 1937, 1939, 1940, 1942 und 1958), viermal Pokalsieger (1937, 1972, 2001 und 2002) und einmal UEFA-Cup Sieger (1997). Die ganze Geschichte ist hier zu finden.

 
Stadion:

Da der Bökelberg nicht mehr zeitgemäß war und ein möglicher Ausbau am Widerstand der Anwohner gescheitert wäre, sind die Verantwortlichen der Borussia nicht umhin gekommen, ein größeres und modernes Stadion irgendwo inmitten der Pampa zu bauen. Der Borussiapark liegt im Westen der Stadt Mönchengladbach zwischen den Stadtteilen Holt und Rheindahlen auf einem Gelände, welches früher die britische Rheinarmee beherbergte. Die Prämissen vor Baubeginn waren 60.000 Plätze, zwei Jahre Bauzeit bei maximal 86 Millionen Euro Kosten. Im Januar 2002 war es dann soweit und rund 18 Monate später fand die Eröffnungsfeier im noch nicht ganz fertigen Borussia-Park statt. Die maximale Zuschauerkapazität liegt bei 60.350, allerdings nur wenn der Unterrang der Südtribüne (Blöcke 3, 4 und 5) in Stehplätze umgewandelt wird, was aber der Verein nicht für notwendig erachtet und lieber mit Sitzplätzen gestaltet hat. Für Bundesligaspiele beträgt das Fassungsvermögen 53.056 Zuschauer (33.494 Steh- und Sitzplätze im Unterrang und 18.710 Sitzplätze im Oberrang). Bei internationalen Spielen würden hier 45.600 Fans Platz finden (Umbau der Nordtribüne in Sitzplätze). Das Dach wird von 32 Pylonen (Seilspann- und Tragkonstruktion) gehalten, die tief in der Erde verankert sind. Der vordere Teil des Daches ist durchscheinend um mit der erhöhten Sonneneinstrahlung die Lebensdauer des Rasens zu verlängern. Bei einem solch neuen Stadion dürfen natürlich die renditestarken Logen nicht fehlen. Insgesamt 42 (ca. 600 Plätze) gibt es davon, dazu noch ca. 1.500 Business-Plätze.

Im Stadioninneren findet der Stadionbesucher ein reines Fußballstadion ohne viel Firlefanz vor. Die Bestuhlung ist in dunkelgrün mit Ausnahmen von ein paar weißen Sitzen, die den Schriftzug Borussia zeigen, gehalten.

Von außen wirkt die Spielstätte ein wenig bieder und glanzlos. Im Inneren weiß sie aber durchaus zu gefallen.

 

 

 

 

 

 

Tageskilometer:        639 km Düsseldorf - Mönchengladbach - Düsseldorf - Berlin mit dem KFZ

Saisonkilometer: 24.738 km (13.519 km PKW, 3.657 km Bahn, 7.562 km Flugzeug)

 
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