[zurück zur Übersicht]

 

                   2. Bundesliga, Saison 03/04, 15.02.04               

 

   3:0  

 

 1. FC Union Berlin - FC Erzgebirge Aue

 

Berlin, Stadion an der alten Försterei (8.941 Zuschauer)

 

 

 

 

 

Spiel:

Während sich der heutige Gast aus dem Erzgebirge mit dem 2:1 Erfolg am letzten Wochenende gegen Eintracht Trier ein wenig Luft im Abstiegskampf verschaffen konnte, ist der 1. FC Union Berlin nach der 1:2 Niederlage am letzten DSF-Montag bei Energie Cottbus der Dritt- oder gar Viertklassigkeit einen gehörigen Schritt näher gekommen.

Zu Beginn der Partie wurde deutlich, daß der Gastgeber sich heute viel vorgenommen hatte. Es wurde viel gelaufen und aggressiv gekämpft. Beim Gast sah dies alles ein bisschen feiner aus, war aber letztlich harmlos. Nach gut einer Viertelstunde die erste Riesenchance für die Unioner, die gleich dreimal auf das Tor schießen durften, aber immer ein Abwehrbein trafen. In der 35. Min. schlug Torhüter Wulnikowski einen Abschlag weit in die gegnerische Hälfte und Baumgarten pflückte den Ball mustergültig vom Himmel, stürmte auf das Tor zu und schob überlegt ein.
In der zweiten Hälfte waren die Gastgeber erst mal auf Torsicherung bedacht und ließen sich viel zu weit nach hinten drängen. Folglich wurden die Auer jetzt auch torgefährlicher und erspielten sich so Chancen. Das überraschende 2:0 ging voll auf die Kappe von Noveski, der den Ball unbedrängt in eigenen 16er zu Bruns spielte und dieser die Kugel leicht und locker einschieben konnte. Wenige Minuten vor dem Ende erzielte Neuzugang Brusko den Endstand.

Union überzeugte kämpferisch und gewann vollauf verdient.

 

 

Stimmung:

Endlich mal wieder ein voller Gästeblock. Der Anhang aus dem Erzgebirge wusste auch einigermaßen zu gefallen; die Gesänge waren laut aber leider nicht sonderlich kreativ ("Wir fressen euch auf"; "Scheiß Union", etc.). Aber auch die gesangliche Kreativität seitens der Hausherren war nicht besser, wirkte aber zumindest glücklicher.

 

 

Vereine:

1. FC Union Berlin wurde gegründet 1945 als SG Oberschöneweide. Ab 1948 SC Union 06 Oberschöneweide. Im Jahre 1950 flieht die Mannschaft in den Westteil der Stadt und gründet dort den SC Union 06 Berlin (den Verein gibt es noch heute und hat seine Heimat neben dem alten Poststadion). Der im Osten verbliebene Teil wird in SG Union Oberschöneweide umbenannt. Danach ab 1951 BSG Motor Oberschöneweide, 1955 SC Motor Berlin, 1957 TSC Oberschöneweide, 1963 TSC Berlin und schließlich ab dem 20 Januar 1966 1. FC Union Berlin. Zwischen 1966 und 1989 war der 1. FC Union Berlin eine klassische Fahrstuhl Mannschaft. Den größten Erfolg feierte im Jahre 1968 als man im Kurt-Wabbel-Stadion in Halle den FC Carl-Zeiss Jena im Pokalendspiel mit 2:1 bezwang. Die 90er Jahre waren geprägt vom fortwährenden Scheitern zum Aufstieg in die 2. Bundesliga und von wirtschaftlichen Nöten: 1991 und 1992 scheitert der sportlich in der Aufstiegsrunde, 1993 und 1994 wird die Lizenz verweigert (u. a. wegen einer gefälschten Bankbürgschaft). Ab 1995 werden dem Verein die Einnahmen gepfändet und 1997 kommt es fast zur Insolvenz. Erst ab 1998 brechen dank der Sportwelt (!?!) in Person von Michael Kömel wieder bessere Zeiten an. Im Jahre 2001 steigt der 1. FC Union Berlin in die 2. Bundesliga auf, seht im DFB-Pokalfinale (0:2 gegen Schalke) und erreicht dadurch die UEFA-Cup-Qualifikation. Die detaillierte Geschichte des Vereins hier.

Der FC Erzgebirge Aue wurde im Jahre 1945 als SG Aue (Nachfolgeverein des SV Aue) gegründet. Danach Umbenennung in BSG Pneumatik Aue und in Zentra Wismut Aue. Von 1951 bis 1990 BSG Wismut Aue (mit Ausnahme der Jahre 1954-1963 SC Wismut Karl-Marx-Stadt). Nach der Wiedervereinigung erst als FC Wismut Aue (1990-1993) und dann unter dem heutigen Namen FC Erzgebirge Aue bekannt. Seit den 50er Jahren bis 1989  erstklassig. 1956, 1957 und 1959 DDR-Meister und einige Europapokalteilnahmen. Seit Anfang der 90er Jahre Regionalligist. Der größte Erfolg der Neuzeit ist sicherlich der Aufstieg in die 2. Bundesliga, der im Mai 2003 gelang.

   
Stadion:

Die "Alte Försterei" ist vielleicht die stimmungsvollste und schönste Fußballarena in Berlin. Sie liegt inmitten eines großen Waldgebietes in der Nähe des Freizeit- und Erholungsparks FEZ (bekannt durch die Konzertstätte Wuhlheide) im Bezirk Köpenick. Das Jahr 1920 gilt offiziell als Eröffnungsjahr der "Alten Försterei". Dem 1. FC Union Berlin (vormals SG Oberschöneweide) dient das Stadion seit 1966 als Heimstätte und verzeichnete auf Anhieb die besten Besucherzahlen in Ost-Berlin (noch vor Dynamo und Vorwärts Berlin). Im Jahre 1985 wurde das Stadion dann noch mal erweitert (die Hintertortribünen wurden verlängert). Das Fassungsvermögen lag danach bei rund 23.500 Plätzen. Nach der Wiedervereinigung galt das Stadion zwar als "nicht-bundesligatauglich", aber die großen Renovierungen blieben aus. So gab es ständig Diskussionen die Heimspiele der "Eisernen" in den Jahn-Sportpark (Bezirk Prenzlauer Berg), der ehemaligen Heimstätte des Erzrivalen BFC Dynamo Berlin, zu verlegen. Im Jahre 1999 folgten dann zumindest die allernotwendigsten Sanierungen um das Stadion für die 2. Bundesliga vorzubereiten. Im Jahre 2000 ist dann auch endlich die Sitzplatztribüne überdacht worden. Bei der "Alten Försterei" handelt es sich um ein reines Fußballstadion, und so entsteht auch bei geringen Zuschauerzahlen eine gute Atmosphäre. Die Gästefans finden sich im Block C wieder, der Rest ist für die Heimfans reserviert.

 

 
 
 
[zurück zur Übersicht]