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          Oberliga Niedersachsen/Bremen, Saison 03/04, 22.02.04         

 

   1:4  

 

Arminia Hannover - Hannover 96 (A)

 

Hannover, Stadion Bischofsholer Damm (ca. 1.000 Zuschauer)

 

Die Blauen gegen die Roten

 

Via Hannover und mit dem "Aldi-Ticket" sollte es heute aus dem Ruhrpott zurück Richtung Bundeshauptstadt gehen. Teil eins der Planung funktionierte hervorragend, Teil zwei nicht ganz, dazu später aber mehr. In Hannover angekommen begrüßte mich Jens T., um mir vor dem großen Stadtderby die alte bzw. noch aktuelle Wirkungsstätte des OSV Hannover und das Eilenriedestadion zu zeigen (Bilder siehe unten). Zudem wollte man sich eh mal persönlich kennen lernen, um Anfang Mai eine gemeinsame Schweden-Tour in Angriff zu nehmen. Während man so mir nichts dir nichts am Bierstand rumlungerte, tauchte plötzlich das Grauen in Gestalt vom GSC-Martin auf, der sich mal wieder meine Planung zu Eigen machte :)

 

 

Spiel:

Die Oberliga Niedersachsen/Bremen und Hamburg/Schleswig-Holstein stehen vor ihrer letzten Saison. Beide Staffeln werden zur nächsten Spielzeit zur Oberliga Nord (klingt auch wesentlich besser) zusammengelegt. Die Ersten müssen die Aufstiegsspiele zur Regionalliga absolvieren, die Teams auf den Plätze Zwei bis Sieben (bzw. Acht) spielen in der nächsten Saison in der Oberliga und der Rest wird den Gang in die 5. Liga antreten müssen. Die Arminia liegt als Vierter mit 36 Punkten gut im Rennen und auch die Amateure von 96, obwohl nur Sechster mit 30 Punkten, werden es wohl schaffen.

In einem recht unterhaltsamen Spiel gingen zunächst die Gastgeber nach wenigen Minuten durch einen wunderschönen Heber in Führung. Nach gut einer Viertelstunden glichen die Roten dann durch Gürman Agac, der einen Freistoß direkt verwandelte, aus. In der zweiten Halbzeit dominierte der Gast und ging in der 55. Minute durch Matthias Balke in Führung. Dieser Treffer war schon ein wenig kurios, denn der Torschütze marschierte schnurstracks an vier Gegner vorbei, die alle von dem Ballführenden weg sprangen. Das 1:3 in der 65. Minute durch Aleksandar Kotuljac war bereits die Vorentscheidung. In der 90 Minute verwandelte Gürman Agac einen Elfmeter zum Endstand.

 

Stimmung:

Gut 1.000 Zuschauer zog das Stadtderby an, davon waren den Gästen gut ein Drittel zuzuordnen. Gelegentlich gab es Arminia-Sprechchöre und mit zunehmender Spieldauer meldete sich auch der 96-Anhang zu Wort.

 

Vereine:

Am 15.05.1910 wurde der FC Arminia Hannover als sog. „wilder Verein“ gegründet. Acht Jahre später erfolgte der Zusammenschluss mit dem Rugbyverein Merkur, welcher auch zwei Jahre im Namen getragen wird. 1920 beschließt man die Umbenennung in SV Arminia Hannover. In der Spielzeit 1932/33 nimmt der Verein zum ersten Mal an der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft teil, scheitert aber am späteren Meister Fortuna Düsseldorf. Nach der Auflösung 1945 sofortige Neugründung als SV Bischofshol und im gleichen Jahr Rückbenennung in SV Arminia Hannover. Die Arminia spielte von 1947 bis 1956 zehn Jahre in der Oberliga Nord, der damals höchsten Spielklasse. Beste Platzierung war ein dritter Platz in der Spielzeit 1955/56. Ein Jahr später stieg der Verein ab und erst 1962 wieder auf. Für eine Qualifikation zur Bundesliga reichte es nicht. Fünf Jahre später scheiterten die Norddeutschen knapp in der Qualifikationsrunde zur Bundesliga und als 1973 die zweigleisige zweite Bundesliga eingeführt wird, reicht es wieder nicht zur Teilnahme und der Verein wurde drittklassig. Als Meister der Amateuroberliga Nord schafften die Hannoveraner aber den Sprung in die 2. Bundesliga 1975. 1979 Abstieg. In den 90er Jahren stieg man sogar bis in die Verbandsliga ab und schafft erst 1997 wieder den Sprung in die Drittklassigkeit (Regionalliga Nord). Doch mit der Einführung der zweigleisigen Regionalliga wurde das Kapital „3. Liga“ auch schon wieder geschlossen. Seit dem kickt der SV Arminia Hannover in der Oberliga.

  Stadion:
 

Seit dem Zusammenschluss von Arminia mit dem Rugby-Verein Merkur (1918, siehe auch unter Vereine) ist das Stadion am Bischofsholer Damm Heimstätte von Arminia Hannover. Im Jahre 1924 würde die Tribüne ausgebaut, welche am 10. August bei einem Spiel gegen die SpVgg Fürth eingeweiht wurde. Während des zweiten Weltkrieges wurde das Spielfeld komplett zerstört und die Tribüne und die Stehränge teilweise stark beschädigt. Infolge der Sanierung wurden auch die Stehstufen auf der Gegengerade verdoppelt. So konnte erst 1947 in diesem Stadion wieder gespielt werden. 1963 stand die Sportanlage kurz vor dem Abriss, denn die Stadt Hannover wollte den Bischofsholer Damm (Straße) ausbauen und die Arminia „umsiedeln“. Doch der Verein weigerte sich und musste dafür eine Hintertorseite opfern. Im Jahre 1976 wurde dann die alte Tribüne abgerissen. Das „neue“ Dach entstammt im übrigen von der Kampfbahn „Rote Erde“ in Dortmund.

Vor der sehr schönen Haupttribüne, in der auch die Vereinsgaststätte und die Sozialräume untergebracht sind, gibt es noch ein paar Stufen, die als Stehplätze genutzt werden. Die eine Hintertorseite und die Gegengerade, an denen schon der Zahn der Zeit nagt, besteht aus ca. 20 Stufen.

Seit Samstag, den 21.02.2004 heißt das Stadion "Rudolf-Kalweit-Stadion".

 

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